Im vierten Testspiel der Wintervorbereitung unterlagen die Meuselwitzer den Leipzigern und enttäuschten dabei vor allem spielerisch wie taktisch.

Waren ersten Minuten waren noch von Vorsicht geprägt, so ging es nach etwa 10 Minuten deutlich intensiver zu: viele Ballverluste auf beiden Seiten und die damit verbundenen Gegenpressingaktionen sorgten für einen hektischen Spielrhythmus. Allerdings wurden diese von den Meuselwitzern ziemlich unsauber geführt, da man in ballnähe nicht kompakt genug stand und der Gegner sich folglich aus dem (Pseudo)Druck befreien konnte. Ein Grund dafür war, dass Sträßer zum einen nicht komplett fit war und zum anderen bestand kaum ein abgestimmtes Herausrücken mit Nebenmann Hildebrandt, der die großen Räume im Mittelfeldzentrum nicht selten alleine belaufen musste. Auch wenn er diese Rolle so gut es ging ausfüllte, klafften um ihn herum große Löcher, die auch aus der tiefen Stellung der Abwehr resultierte. Die Innenverteidigung bildeten nämlich Stark und Luck, die beide zwar ein passables Gespür für das Herausrücken im Pressing besitzen, allerdings Geschwindigkeitsdefizite haben und somit für eine weiträumige Raumkontrolle eher unpassend sind. Gefährlich wurde es immer dann, wenn sich Leipzig aus dem Gegenpressing befreien und durch das Zentrum spielen konnte. Um dem entgegenzuwirken hätte das Team sich vertikal deutlich kompakter schieben müssen, damit die strategisch wichtigen Zonen enggehalten werden und die Spieler untereinander besser abgesichert sind. Stattdessen waren die Abstände zwischen den Linien – besonders Mittelfeld – und Abwehrlinie – häufig viel zu weit auseinander und Leipzig konnte nach Belieben kombinieren.

Ein weiteres Problem bestand abermals im Spielaufbau; auch in der Winterpause gelang es vorerst nicht, passende Strukturen hierfür einzustudieren. Aus der Abwehr heraus konnte man den Ball zwar ruhig zirkulieren lassen, aber spätestens ab der Mittellinie griff man zu langen Schlägen, die nicht selten im Nichts landeten oder gelang mit Glück hinter die letzte Linie der Gäste. Sicherlich ist das konstruktive Spiel bei eigenem Ballbesitz eine der Formen, die man im Training trainieren kann, allerdings haperte es in der Offensive an sämtlichen Synergien und die Meuselwitzer erzielten oftmals durch Einzelaktionen Durchbrüche. Auf der linken Seite gab es allerdings ab und an recht ansehnliche Kombinationen mit Lubsch, Rudolph und dem ausweichenden Albert, welche nur unzureichend vom Rest der Mannschaft unterstützt wurden war. Es ist nicht so, dass der ZFC keine Spieler besitzt, um das Spiel zu machen. Ganz im Gegenteil, mit Luck, den Außenverteidigern Fuß und Lubsch und Sträßer besitzt man durchaus spielstarke Akteure mit stabilem Passspiel. Auch die Offensive um Rudolph, Albert und mit Abstrichen Weiske sind potenziell gute Kombinationsspieler. Entscheidend wird sein, wie das Trainerteam in den kommenden Wochen und Monaten die Probleme angehen wird.

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