Die A-Junioren des ZFC Meuselwitz stehen nach 120 kräftezehrenden Minuten im Finale des PVP-Landespokals. Kämpferisch bot die Partie einiges, das spielerische Element blieb hingegen auf der Strecke.

Die Vorzeichen waren bereits nicht gut: Felix Müller, Bao Nguyen und Christoph Krause mussten verletzungsbedingt zuschauen und standen somit nicht zur Verfügung. Der ZFC erwischte jedoch einen Blitzstart, als Felix Zschäck den Ball in der gegnerischen Hälfte erobern konnte und mit einem tollen Volleyschuss aus 25 Metern nach drei Minuten die Führung bescherte. Mit dem Wissen, dass Schott Jena eine brutal gute Kontermannschaft ist, versuchten die Meuselwitzer, ihre Angriffe frühzeitig abzuschließen, um erst gar keine Konter zuzulassen. Das funktionierte auch ganz gut, ehe die Jenaer in der 15. Minute einen schmeichelhaften Elfmeter zugesprochen bekamen, der sicher zum 1:1 verwandelt wurde. Nach diesem Neustart versuchte der ZFC weiterhin, mit weiten Pässen das Mittelfeld der Hausherren zu überbrücken und sich gegen Konter abzusichern. Nach 25 Minuten dezimierte sich Schott Jena selbst, als der Jenaer Matthias Walzog überhart in den Zweikampf ging. Mit einem Mann mehr auf dem Feld, lautete die Devise nun: Ruhe bewahren, den Gegner laufen lassen und mit schnellen Seitenverlagerungen die entstandenen Räume nutzen, bis zur Halbzeit tat sich aber nichts mehr.

Standen die Meuselwitzer im ersten Durchgang noch einigermaßen kompakt, so war davon in der zweiten Hälfte kaum noch etwas zu sehen. Die zentralen Mittelfeldspieler mussten riesige Löcher stopfen, da sich die einzelnen Mannschaftsteile viel zu weit auseinander befanden. Folglich hatte Schott viel Platz im Zentrum, den sie im Umschaltmoment nutzen konnten. Das meuselwitzer Spieltempo lag in dieser Phase irgendwo zwischen Baywatch-Geschwindigkeit und der des Roadrunners: entweder spielte man extremst langsam hinten rum oder die Kugel wurde unpassend lang nach vorn geschlagen, eine Mischung aus beiden gab es nicht. Was tat sich sonst noch so? Ich kann es Ihnen sagen: nichts, nada. So verwunderlich es auch sein mag, aber der ZFC fand schlichtweg keine Lösungen, die dezimierten Jenaer zu bespielen. Viel eher konnten die Gastgeber mit ihren gefährlichen Kontern für Unruhe in der meuselwitzer Defensive sorgen. Mit dem 1:1 ging es also in die Verlängerung.

Wirkliche Spielkultur kam auch jetzt nicht mehr auf, auch wenn Fabian Baur und Robert Butowski im zentralen Mittelfeld einige gute Rhythmuswechsel einbauten und sich um ein Kombinationsspiel bemühten. Schott Jena verteidigte aufopferungsvoll, setzte Konter und wollte sich in das Elfmeterschießen retten. Dann kam die 120. Minute: Johannes Richter schlug einen Pass die rechte Seitenlinie entlang, den Alexander Korent mit einer Körpertäuschung am Jenaer Verteidiger vorbeilegen konnte. Per Dribbling zog er in den Strafraum, wo Felix Zschäck an den Ball kam, dessen Schuss zunächst noch auf der Linie geklärt werden konnte. Aus dem Hintergrund kam dann aber der bis dahin blasse Julian Strobl, der in der letzten Minute der Nachspielzeit das Siegtor erzielte. Schon wieder dieser Typ. In den beiden vorangegangenen Ligaspielen war er bereits als Joker gegen Schott Jena erfolgreich und auch diesmal wieder.

Abschließend lässt sich sagen, dass der ZFC nicht ganz unverdient im Finale steht. Ein großes Kompliment gilt dennoch den Jenaern, die bis zur letzten Minute in Unterzahl gekämpft haben. Die Meuselwitzer müssen sich unterdessen die Phase ab der zweiten Halbzeit ankreiden lassen, als man das Spiel trotz Überzahl nicht mehr vollends kontrollieren konnte. Aber sei’s drum: das Team steht am 1. Mai im Pokalfinale gegen FSV Wacker 90 Nordhausen. Jetzt geht es darum, sich den Pott zu holen!

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