Im Nachholer vom Nachholer standen sich am Mittwochabend die A-Junioren des ZFC Meuselwitz und des 1. FC Greiz gegenüber. Bereits im Hinspiel taten sich die Zipsendorfer gegen die aggressive und in weiten Teilen gut organisierte Spielweise der Greizer schwer. Dagegen fand das Team in der Anfangsphase keine Lösung und kam erst mit der Zeit immer besser in die Partie.

Die Gäste begannen die ersten zehn Minuten mit einem überfallartigen hohen Pressing und versuchten den Meuselwitzer Spielaufbau frühzeitig zu stören. Sichtlich überrascht vom hohen Druck des Tabellenachten, tat sich der ZFC schwer, sein eigenes Spiel ruhig aufzuziehen. Nach fünf Minuten gingen die Gäste nach einer Ecke in Führung. Diese verteidigte man überhaupt nicht konsequent genug und der Greizer Stürmer konnte völlig ungedeckt einschieben – mit so einem Defensivverhalten kann man sich als Zuschauer „fifty shades of grey“ sparen! Auch in den Folgeminuten fanden die Meuselwitzer wenig konstruktive Wege, das gut strukturierte Pressing der Greizer zu bespielen. Folglich griff man immer wieder auf weite Diagonalpässe zurück und versuchte, die zweiten Bälle zu erobern. Nach 20 Minuten verletzte sich mit Niklas Küstner der bis dato beste Mann auf dem Platz schwer. Bei einem Zweikampf mit Johannes Richter stürzte er unglücklich und konnte die Partie nicht mehr fortsetzen. Nochmals gute Besserung an dieser Stelle. In der 24. Minute gelang Robert Butowski nach einer zu kurz abgewehrten Ecke der Ausgleich. Dabei blieb es auch bis zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel kamen der wiedergenesene Christoph Krause für Lukas Kügler und Felix Zschäck für Julian Strobl. Beide belebten mit ihrer Schnelligkeit das Offensivspiel der Meuselwitzer. Vor allem Felix Zschäck war erneut sehr arbeitsam, half dem Defensivverbund und war offensiv an vielen Szenen beteiligt. Die Greizer agierten weiterhin sehr intelligent gegen den Ball und zwangen die Hausherren zu unkontrollierten Pässen. Der Unterschied zum ersten Durchgang war hierbei, dass der ZFC nun aggressiver im Gegenpressing war und sich die abgewehrten Bälle der Greizer wiederholte. So geschehen beim 2:1 durch Alexander Korent: im Mittelfeld eroberte er sich den Ball, umkurvte zwei Gegenspieler und schloss trocken in das linke untere Eck ab. Der Druck der Greizer nahm fortan mehr zu. Durch einen sehr aufmerksamen Johannes Richter im Mittelfeld und Zweikampfgott Paul Grunert überstanden die Meuselwitzer diese Phase schadlos. Durch das höhere Risiko der Greizer ergaben sich folglich Konterräume für die Zipsendorfer. Mit der Einwechslung von Marcel Zobelt durch Alexander Korent forcierte man diese noch konsequenter. Ein wichtiges Puzzleteil dabei war einmal mehr Fabian Baur: mit tollen Balleroberungen und noch besseren Dribblings bewahrte er im Mittelfeld stets die Ruhe und leitete einige Konter ein. Zehn Minuten vor dem Ende kam es dann zur Vorentscheidung: Marcel Zobelt behielt nach einer Balleroberung am gegnerischen Strafraum die Ruhe und traf zum 3:1. Seine gute Leistung krönte er kurz vor Abpfiff mit einer Vorlage für Felix Zschäck, als er sich über den rechten Flügel zur Grundlinie durchsetzen konnte.

Für mich ist es auch jetzt noch unbegreiflich, wie eine solch starke Mannschaft nur auf dem achten Tabellenplatz stehen kann. Die Greizer spielten mutig, clever und gaben sich nie auf. Mit ihrem frühzeitigen Stören waren sie für die Meuselwitzer ein höchst unangenehmer Gegner. Für den ZFC ist dagegen erfreulich, dass sie in einem schweren Spiel drei wichtige Zähler im Titelkampf sammeln konnten. Weiterhin die ansteigende Formkurve von Marcel Zobelt, der nach seiner Einwechslung nochmals neue Impulse geben konnte. Spielerisch muss sich das Team für die nächste Partie am Wochenende klar steigern, auch wenn man in Neustadt auf einen tiefstehenden Gegner trifft.

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