Tradition gegen Kommerz. der Fritz-Walter-Club gegen den Brause-Club. Kaiserslautern gegen Leipzig. Bereits vor der Partie gab es einige Diskussionen um das Ausschreiben des Vereinsnamens von RB Leipzig und diversen anderen kleinen Sperenzchen. Auf dem Platz wurde diese Rivalität mit einer straffen Spielweise fortgeführt.

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Startaufstellung

Die Lauterer versuchten in der ersten Viertelstunde, die Leipziger mit sehr hohen und aggressiven Pressing unter Druck zu setzen. In einer 4-4-2-Raute liefen Zoller und Stöger immer wieder aggressiv Leipzigs Innenverteidiger an. Dahinter rückte Markus Karl häufig heraus, um den Raum hinter den Stürmern zu schließen. Manchmal schob auch Matmour auf diese Position, was vereinzelt zu 4-3-1-2-Staffelungen beim FCK führte. Den Leipzigern kam dieser hektische Spielrhythmus entgegen. Ihre Probleme im Spielaufbau konnten sie durch die langen Bälle aus der Abwehr heraus gut überdecken und sich auf ihr gutes Gegenpressing konzentrieren. Mit Kimmich und Kaiser auf der Doppelsechs hatten sie ohnehin zwei extrem gute Balljäger im Zentrum. Zu Beginn rückte Kaiser jedoch teilweise zu überstürzt aus der Formation heraus, weshalb der junge Kimmich enorm viel Raum allein abdecken musste. Dabei spielte er eine Art Mittelfeld-Libero für seine eigenen Vorderleute, die immer wieder hohe Gegenpressingaktionen forcierten. Folglich ergaben sich bei Leipzig mehrfach 4-1-1-4-Staffelungen, in denen Kimmich und Kaiser etwas weiter vorn fast das gesamte Mittelfeld sichern mussten. Daraus ergaben sich einige Kontergelegenheiten für Kaiserslautern, die allerdings gut von Kimmich oder Rodnei abgefangen wurden. In der Offensive agierte Poulsen als linker Flügelstürmer, der immer wieder mit Reyna und Forsberg im Zentrum Kombinationen suchte. Leipzigs Treffer zum 0:1 fiel dann auch nach einem Zusammenspiel von Forsberg und Poulsen: Klostermann und Teigl erkämpften sich den Ball auf rechts und verlagerten anschließend über Forsberg auf die linke Seite zu Poulsen, der den Ball ins lange Eck schlenzte. Leipzig nun um Kontrolle bemüht musste wenige Minuten später den Ausgleichstreffer hinnehmen, als die Lauterer das zu weite Einrücken Klostermanns bestraften und mit einer schnellen Verlagerung den aufgerückten Löwe freispielen. Dessen Schuss parierte Stromberg, pardon Coltorti, zunächst, doch gegen den Nachschuss Zollers war er machtlos.

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Beim Ausgleichstreffer verschoben die Leipziger aggressiv auf die linke Seite. Dabei ließen sie jedoch das Zentrum offen. Diesen Raum nutzten die Lauterer für eine gute Verlagerung auf Löwe. Zoller erzielte im Nachsetzten den Treffer, auch, weil Jung vorher das Abseits aufhebt.

Nach der Pause stellten die Lauterer auf ein klareres 4-2-3-1 um, auch weil Zoller verletzungsbedingt für Jacob (für den besser Hofmann hätte spielen sollen) weichen musste. Leipzig versuchte unterdessen, über Forsberg Durchbrüche durchs Zentrum zu provozieren. Der Winterneuzugang kurbelte immer wieder Kombinationen mit dem quirligen Reyna an, fand aber in der letzten Linie keinen Abnehmer für seine Steilpässe. So entwickelte sich das Spiel allmählich zu einem Abnutzungskampf, geprägt von zahlreichen Zweikämpfen und Fouls im Mittelfeld. Kurz vor Spielende hätte sich Alexander Ring noch zum Helden der Partie aufschwingen können, doch sein Schuss wurde von Coltorti entschärft. Damit endete die Partie mit einem 1:1, der Aufstiegskampf der zweiten Liga entwickelt sich somit zum Schneckenrennen. Für einen Spannungsabfall sorgt das mitnichten.

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