Gegen den Tabellenvierten fuhr der ZFC Meuselwitz einen deutlichen 8:0 Heimsieg ein. Personell konnte das Trainerteam fast aus dem Vollen schöpfen, einzig Lucas Bartsch und der langzeitverletzte Toni Hans Gerth fehlten. Auch Felix Müller stand erstmals seit seiner Verletzung wieder im Kader.

Die Meuselwitzer begannen in der Anfangsphase recht druckvoll und erzielten bereits nach fünf Minuten den Führungstreffer: Fabian Baur setzte sich nach einem Einwurf von rechts bis zur Grundlinie durch und schob aus spitzem Winkel ein. Der ZFC versuchte fortan, im Passspiel sehr vertikal zu agieren, um vor allem die Schnelligkeitsvorteile der Angreifer zu nutzen. Diese drangen sehr häufig bis in den Strafraum ein, wo man jedoch für Rückpässe bzw. Ablagen schlecht gestaffelt stand. Nach 17. Minuten baute Christoph Krause die Führung aus, als er nach einem langen Ball Christian Haubenreißers von links in die Mitte zog und trocken im linken unteren Eck vollendete. Ein Fernschuss Robert Butowskis in der 26. Minute sowie ein durch Julian Strobl blitzsauber vollendeter Konter drei Minuten später sorgte für den 4:0 Halbzeitstand. Bis hierhin machten es die Zipsendorfer ganz gut, sie variierten das Tempo passend, waren griffig im Gegenpressing und konterten stark.

Nach dem Pausentee, der ja meistens Pausen-Mineralwasser ist, verflog das spielerische Element gänzlich. Gefühlt jeder zweite Ball wurde lang nach vorn gebolzt. Spielerisch suchte man nun kaum mehr nach Lösungsansätzen und folglich machten die Meuselwitzer das, was man meiner Meinung nach mit einer (eigentlich) so spielstarken Mannschaft, wie es der ZFC ist, nie machen sollte: sie nahmen den Kampf an. das Team legte ihren Fokus fast gänzlich auf Zweikämpfe im Mittelfeld und unsinnige hohe Flanken weit weg vom Sechszehner. Die spielerisch beste Aktion der zweiten Hälfte war die Entstehung von 7:0 durch Alexander Korent: im Mittelfeld eroberte Fabian Baur den Ball, schaltete schnell um und steckte auf den eingewechselten Lukas Kügler durch, dessen Querpass Alexander Korent nur noch einschieben musste. Dieser erzielte fünf Minuten vor Ultimo auch den 8:0 Endstand.

Dem ZFC reichte eine gute erste Halbzeit, um drei Punkte im Titelrennen einzufahren. Die Eisenberger waren vor allem physisch unangenehm und lauerten auf Kontergelegenheiten, die von der ZFC-Hintermannschaft in der Regel abgefangen worden. Mit dem zweiten Durchgang kann man jedoch spielerisch aus den bereits erwähnten Gründen nicht zufrieden sein. Wenn man solch tolle Fußballer wie Robert Butowski, Fabian Baur oder Felix Zschäck im Mittelfeld zu Verfügung hat, sollte man sich nicht auf einen physischen Kampf und Gebolze einlassen. Schließlich benutzt man auch keine Violine, um Nägel in die Wand zu schlagen. Ab Freitag beginnt für die Meuselwitzer mit dem Pokalfinale und dem Derby eine Woche später die crunch time der Saison. Diese beiden Spiele werden für den Ausgang der Saison entscheidend sein. Im Zweifel darf dort gekämpft werden.

Advertisements