Im Leben eines jeden Fußballers gibt es diese besonderen Spiele. Diese Spiele, auf die man als Mannschaft eine ganze Saison lang hinarbeitet. Diese Spiele, bei denen es kribbelt. Diese Spiele, bei denen man realisiert, warum man diesen Sport so sehr liebt. Ein solches bestritten die ZFC-Kicker am Freitag im Pokalfinale des PVP-Landespokals gegen den FSV Wacker 90 Nordhausen. Aufgrund einer Gelbsperre vertrat Allzweckwaffe Marcel Zobelt Sascha Felter im Tor der Zipsendorfer. In einem durchweg spannenden Spiel setzte sich der ZFC im Elfmeterschießen durch.

In den ersten Minuten der Partie dominierten die Nordhäuser das Geschehen. Sie waren bissig in den Zweikämpfen, spielten schnell nach vorn und brachten die Hintermannschaft der Meuselwitzer arg in Bedrängnis. Bereits nach sieben Minuten krachte es am Gebälk des ZFC, als ein Kopfball nach einem Freistoß aus halbrechter Position am Pfosten landete. Den Nachschuss hielt Marcel Zobelt souverän. Und weiter spielte nur Nordhausen. Die Meuselwitzer waren sichtlich überrascht von der hohen Aggressivität des Gegners, weshalb man sein eigenes Spiel kaum adäquat durchdrücken konnte. Nach etwa zwanzig Minuten fanden die Meuselwitzer mehr in die Partie. Ein Kopfballtor von Julian Strobl wurde in der 24. Minute wegen eines vermeintlichen Foulspiels aberkannt. Diese Szene bildete den Startschuss für die Zipsendorfer. Sie kamen fortan besser in die Zweikämpfe und bewegten sich mannschaftlich geschlossener über den Platz. Gefährlich wurden sie immer wieder nach Standards. Diese schlug Felix Zschäck einige Male hervorragend in die Gefahrenzone, aber irgendwie wollte die Pille nicht über die Linie. In der ersten Hälfte erspielten sich beide Teams gute Chancen. Nordhausen war vor allem in der ersten Viertelstunde gefährlich, danach fand der ZFC jedoch besser in die Partie.

Nach dem Seitenwechsel taktierten beide Mannschaften mehr. Der direkte Offensivfußball der ersten Halbzeit ebbte ein wenig ab und Torchancen waren eher Mangelware. Bis zur 74. Minute: auf der linken Seite verlor der ZFC den Ball, ein Nordhäuser drang mit einem Tempodribbling in den Sechszehner ein, wo ihn der sonst so sichere Paul Grunert von den Beinen holte. Den fälligen Strafstoß hielt Marcel Zobelt sensationell und bewahrte sein Team somit vor dem Rückstand. Die Meuselwitzer ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Stattdessen kam bei jedem Einzelnen der innere Oli Kahn zum Vorschein. So ging es für sie „weiter, immer weiter“. Zu einem Tor führte dies zwar nicht mehr, aber die Mannschaft mobilisierte nochmals ihre Kräfte, um die restlichen Minuten schadlos zu überstehen.

Mit dem 0:0 ging es in die Verlängerung. Beiden Teams merkte man die Strapazen der vorangegangenen 90 Minuten an, aber es nützte nichts, dreißig Minuten musste man nochmals alles in die Waagschale werfen. Kam von Nordhausen in der Verlängerung nur noch wenig, so kreierten die Meuselwitzer immer wieder gefährliche Konterszenen. Diese konnte man allerdings nicht mit letzter Konsequenz ausspielen und so fand das Spiel vor allem zwischen den Strafräumen statt. Nach 120 Minuten war dann Schluss. Es folgte das Elfmeterschießen. Prophylaktisch legte ich mir bereits die Herztabletten zurecht, den Pep-Guardiola-Gedächtnis-Klappstuhl ließ ich in der Ecke stehen. Dann ging es los: die ersten vier Schützen der jeweiligen Teams verwandelten alle mehr oder weniger sicher. Nun trat Jon Mogge für Nordhausen vom Punkt an. Dessen Schuss flog jedoch weit über das ZFC-Gehäuse hinaus. Matchball für die Meuselwitzer. Felix Müller stellte sich der Herausforderung und verwandelte äußerst sicher im linken oberen Eck. Es war geschafft. Der ZFC Meuselwitz ist Landespokalsieger!

Es war wahrlich kein spielerischer Leckerbissen. Auch war es kein übermäßig verdienter Sieg für den ZFC. Beide Mannschaften begegneten die gesamte Partie hinweg auf Augenhöhe. Ausschlaggebend war für die Meuselwitzer der an diesem Tag sehr hohe Zusammenhalt. Von Rückschlägen, wie dem nichtgegebenen Tor oder dem Elfmeter ließ sie sich nicht unterbringen und kämpfe weiter für- und miteinander. Eine jetzt schon tolle Saison kann das Team in der nächsten Woche gegen den JFC Gera mit dem Staffelsieg veredeln.

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