Es war mal wieder soweit. JFC gegen ZFC – der Clásico des kleinen Mannes. Nachdem sich die Mannschaft des ZFC Meuselwitz in der Vorwoche den Landespokal gesichert hatte, traf man nun auf den Ligakonkurrenten aus Gera. Für beide Teams ging es um nichts geringeres, als den Staffelsieg, was die ohnehin schon angeheizte Stimmung nochmals steigerte. Die Meuselwitzer mussten ihrerseits auf Stürmer Julian Strobl (Mittelfußbruch) und Fabian Baur (Fußballgott mit Muskelfaserriss) verzichten.

„Abtastphase? Kann man das essen“, werden sich beide Teams unmittelbar nach Anpfiff gedacht haben. Von Beginn an entwickelte sich eine temporeiche Partie, in der beide Mannschaften sofort mit offenem Visier spielten. Die Zipsendorfer wollten gegen das aggressive Pressing der Geraer kein Risiko eingehen, weshalb sie das schnelle Spiel in die Spitze forcierten. Gera verfolgte einen ähnlichen Plan und so entwickelte sich eine erbarmungslose (Gegenpressing-) Schlacht im Mittelfeld. Anfänglich kam der ZFC damit nicht wirklich zurecht, da man häufig in Ballnähe in Unterzahl war und sich Gera mit einigen guten Kombinationen und Verlagerungen befreien konnte. Nach einer Viertelstunde kamen die Geraer zum ersten Mal gefährlich vors ZFC-Gehäuse, allerdings ging deren Schuss aus 25 Metern knapp am Tor vorbei. Wenige Minuten später streifte ein optimistischer 40 Meter Schuss Christoph Freyers die Latte des Geraer Tores. In der 24. Minute gingen die Hausherren per Volleyschuss aus gut 20 Metern in Führung. Die Meuselwitzer wirkten in der Folge ein wenig konsterniert und brauchten gut zehn Minuten, um den Faden wiederzufinden. Nach 34 Minuten war es dann soweit, ein Freistoß von Felix Zschäck konnte von den Geraern nicht entscheidend geklärt werden und aus dem Gewühl heraus traf Lucas Bartsch zum Ausgleich. Mit dem 1:1 ging es in die Halbzeitpause.

Der zweite Durchgang begann mit einem herben Dämpfer für die Meuselwitzer: der ansonsten so souveräne Felix Müller holte sich nach 55 Minuten durch ein taktisches Foul die Ampelkarte ab und der ZFC musste fortan in Unterzahl den Laden dicht halten. Wirkliche Torraumszenen gab es für beide Teams jedoch nicht, zu kompakt agierten beide gegen den Ball und zu hektisch mit dem Ball. Selten sahen die zahlreichen Zuschauer Kombinationen über mehrere Stationen hinweg. Meuselwitz beschränkte sich mit fortschreitender Spieldauer immer mehr auf das Kontern, dabei suchten sie ein ums andere Mal Marcel Zobelt, heute mal nicht im Tor, der zusammen mit Felix Zschäck die Hintermannschaft des JFC beschäftigte. Die Kräfte ließen bei den Gästen allerdings spürbar nach, weshalb diese Szenen gegen Ende Mangelware waren. Gera drängte nun auf die Entscheidung, schlug einen Ball nach dem anderen in Richtung ZFC-Gehäuse. Eine tolle Leistung Bao Nguyens und die gute Endverteidigung der Meuselwitzer um Christian Haubenreißer, Paul Grunert und Johannes Richter hielt allerdings bis zum Schluss dem Druck stand.

In einer umkämpften Partie sicherte sich der ZFC einen eminent wichtigen Punkt im Titelkampf. Auch wenn man die feine Klinge nur ganz selten schwang, so war es aufgrund des Einsatzes in der zweiten Hälfte ein durchaus verdientes Ergebnis. Mit dem Unentschieden hat der ZFC Meuselwitz die Tür zum Staffelsieg bereits aufgemacht, jetzt gilt es, diese zu durchtreten. Mit dem deutlich besseren Torverhältnis geht man in der letzten Partie gegen Schlusslicht Jena Zwätzen. An sich eine klare Angelegenheit, aber man weiß nie, was sich der Fußballgott für ein krankes Zeug überlegt.

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