Unter der Woche trafen die beiden U19-Teams des ZFC Meuselwitz und des FC Carl Zeiss Jena im Qualifikationsspiel für den DFB-Junioren-Pokal aufeinander. Liest sich gar nicht mal so schlecht. Für die Meuselwitzer war es eine ungewohnte Situation: im Ligaalltag der Konkurrenz fast jedes Wochenende deutlich überlegen, war man gegen die Jenaer klarer Außenseiter. Der FC Carl Zeiss Jena steht seinerseits im soliden Mittelfeld der U19 Bundesliga Nord/Nordost. Dieser Zweiklassenunterschied war über die gesamte Partie hinweg auch deutlich zu sehen. In den Bereichen Physis, Spielverständnis und Ballbehandlung waren die Gäste enorm stark. Für den ZFC gab es in dieser Partie im Grunde nichts zu verlieren, weshalb man versuchte, das eigene Tor schnörkellos zu verteidigen und vereinzelt die berühmten Nadelstiche zu setzen. Bereits nach zwei Minuten kam Felix Zschäck zu einer Riesenchance, als er alleine auf den Torhüter der Jenaer zulief, sein Schuss fand jedoch nicht den Weg ins Tor.

Nachdem sich die Meuselwitzer eine ganze Weile dem Druck der Gäste widersetzen konnten, gingen diese durch einen herrlichen Freistoßtreffer mit 0:1 in Führung. Beim ZFC änderte sich auch nach dem Rückstand nichts. Die Spielanlage war recht simpel ausgelegt, indem man lange Bälle auf Zielspieler Marcel Zobelt forcierte, die im Idealfall verlängert und von Felix Zschäck erlaufen werden sollten. Vereinzelt kam man zu Durchbrüchen, aber zum Großteil konnten die Gäste diese Angriffe unterbinden. Die Jenaer spielten ihrerseits mit sehr hohem Tempo durch die Formation des ZFC. Mit vielen Positionswechseln, Spielverlagerungen und einzelnen Aufrückbewegungen der Innenverteidiger drückten sie die Zipsendorfer weit in die eigene Hälfte. Ab dem Sechszehner spielten sie konsequent über die Flügel. Die jeweiligen Außenstürmer spielten sie entweder durch schnelle Verlagerungen frei oder sie spielten gefährliche Schnittstellenpässe. Bis zur Pause blieb es bei dem aus ZFC-Sicht durchaus respektablen 0:1.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Jenaer nochmals das Tempo. Im Zentrum dominierten sie vor allem mit Dusan Crnomut das Spielgeschehen. Er spielte einige tolle Verlagerungen, bewegte sich geschickt im Raum und verknüpfte all das noch mit einer tollen Physis und Grunddynamik. Folglich war es für die Meuselwitzer schwer, den Wirkungskreis eines solchen Spielers zumindest in Ansätzen einzudämmen. Bao Nguyen und Felix Müller machten diesbezüglich einen hervorragenden Job, indem sie so manchen Pass auf ihn verhinderten. Bao Nguyen lieferte gerade läuferisch ein exorbitant hohes Pensum ab und hielt das Mittelfeld somit beisammen. Felix Müller hat das gemacht, was ein Felix Müller nun mal so macht: mit seiner Pressingresistenz verarbeitete er im Mittelfeld einige Bälle, verschleppte das Tempo, wenn es nötig war und ließ mit tollen Dribblings und Körpertäuschungen das Pressing der Gäste einige Male ins Leere laufen. In der Offensive wusste Felix Zschäck mit einem hohen Arbeitspensum und einigen guten Dribblings zu überzeugen. Die Gäste erhöhten indes nach der Halbzeit nach zwei Ecken und einem Abstauber auf 0:4.

Grund zur Trauer gibt es für die Meuselwitzer dennoch nicht. Sie hielten lange gut dagegen, war dann in der Endkonsequenz individuell einfach unterlegen. Am kommenden Wochenende wird man gegen Jena Zwätzen wieder die Favoritenrolle innehaben. Folglich soll dort im eigenen Wohnzimmer der Staffelsieg perfekt gemacht werden.

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