Nach dem Unentschieden im direkten Duell mit Verfolger JFC Gera schien der Staffelsieg gegen Jena Zwätzen am letzten Spieltag nur noch eine Formsache. Man hatte das deutlich bessere Torverhältnis, traf auf den Tabellenletzten und die Geraer mussten ihrerseits gegen die Greizer ran.

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Staffelungen wie diese waren keine Seltenheit. In Ballnähe ist man zwar in der Überzahl, die Möglichkeit für Verlagerungen besteht jedoch nicht. Gerade der strategisch wichtige Zwischenlinienraum wird gar nicht besetzt.

Der ZFC begann die Partie ziemlich pomadig. Bei eigenem Ballbesitz ließ man den Ball viel zu langsam zirkulieren, wodurch es für die Jenaer relativ leicht war, den eigenen Sechszehner zu verteidigen. Weiterhin waren die Bewegungen im letzten Spielfelddrittel selten abgestimmt. Ein ums andere Mal bewegten sich sämtliche Spieler wie Hühnchen ins Zentrum, weshalb Anspielstationen Mangelware waren. Um es ganz platt auszudrücken: derjenige, der den Ball hatte, war angeschmiert. So zirkulierte die Kugel von links nach rechts, mal in die Mitte und dann wieder auf die Außen. Gefährlich wurden die Meuselwitzer im ersten Durchgang, wenn sie mit Tempo durch den linken Halbraum kamen. Christoph Krause hatte nach 21 Minuten die Führung auf dem Fuß, als er von außen in den Strafraum zog und am Keeper der Gäste scheiterte. Die Jenaer beschränkten sich auf die Verteidigung ihres Tores und lauerten auf Fehler im Spielaufbau der Meuselwitzer. Ein solcher passierte nach etwa einer halben Stunde: Während die gesamte ZFC-Hintermannschaft (inklusive Torhüter) auf dem Weg nach vorn war, verlor Robert Butowski in der Vorwärtsbewegung den Ball und ein Jenaer traf aus gut 40 Metern zum 0:1. Da hängst du erstmal da, wie der Jesus am Karfreitag. Mit dem Rückstand ging der ZFC also in die letzten 45-Minuten der Saison. Selbstverständlich musste man jetzt Tore erzielen, sollte es noch was mit dem Staffelsieg werden.

Da bei den Zipsendorfern an diesem Tag spielerisch überhaupt nichts zusammenlief, wollte man mit mehr Durchschlagkraft die Tore einfach erzwingen. Robert Butowski nahm sich in der 52. Minute ein Herz und erzielte aus der Distanz den Ausgleichstreffer. Danach wurde es ein wenig besser. Man bewegte sich nun umsichtiger, suchte Kombinationen und erspielte sich Chancen. Mit der Hereinnahme Paul Grunerts gewann man im Mittelfeld zudem einige Bälle mehr, als noch in der ersten Hälfte. Auf der rechten Seite sorgte Johannes Richter zusammen mit Alexander Korent und Marcel Zobelt immer wieder für Gefahr. Nachdem man bis zur 82. Minute auf 6:1 erhöhen konnte, ließen die eigenen Kräfte deutlich nach und so veränderte sich am Spielstand nichts mehr. Eine gefühlte Ewigkeit nach Abpfiff wurde bekanntgegeben, dass die Geraer mit 10:0 gegen den 1.FC Greiz gewannen. Dass die Greizer in dieser wichtigen Partie mit nur acht Spielern aufliefen, ist natürlich ein dummer Zufall. Am Ende reichte es für den ZFC Meuselwitz dennoch zum Staffelsieg und so trifft das Team in zwei Meisterschaftsspielen auf den 1.SC 1911 Heiligenstadt.

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