Es ist mal wieder soweit: Die Saison nähert sich dem Ende und in sämtlichen Gazetten, Blogs und Talks werden sie propagiert. Die Rede ist natürlich von den obligatorischen Teams, die sich aus den besten Spielern einer Saison zusammensetzen. Top11 hier, Team der Saison da. In den kommenden Tagen wird die Pressingfieber-Top11 der Bundesliga Stück für Stück vorgestellt. Beginnend von der Hintermannschaft, über die Auswechselbank bis hin zu Spielern, für die es nicht mehr gereicht hat.  

Tor:

Roman Bürki

Die allermeisten würden an dieser Stelle Manuel Neuer, Bernd Leno oder Yann Sommer erwartet haben. Wieso also der 24-jährige Schweizer? Zum einen, weil Manuel Neuer kürzlich zum Welt- und Europasportler des Jahres gekürt worden ist, eine weitere Auszeichnung unsererseits wäre dann zu viel der Ehre. Bürki ist vom Spielertyp Manuel Neuer nicht unähnlich. Er verfügt über eine für einen Torhüter herausragende Ballbehandlung, er verarbeitet Zuspiele mit beiden Füßen stets sauber. Er variiert seine Pässe meist sehr passend. Er kann das Spiel gut verlagern, wenn es vonnöten ist und unter Druck bewahrt er die Ruhe, um saubere Pässe an den Mann zu bringen. Dass er aufgrund der Freiburger Spielweise vermehrt lange Bälle spielen muss, erhöht seine Fehlpassquote natürlich. Neben seiner liberohaften Spielweise zeichnet sich der Schweizer über ein tolles Linienspiel aus. Sein Stellungsspiel ist meist gut und mit seinen herausragenden Reflexen kommt er im Schnitt auf 4,4 Paraden pro Partie. Dank seiner explosiven Sprungkraft kann er seine relativ geringe Körpergröße (1,87m) gut kompensieren. Gerade beim seitlichen Hechten hebt er enorm druckvoll vom Boden ab. In seinem ersten Jahr Bundesliga zeigte Bürki bereits hervorragende Leistungen. Mit seiner modernen Spielweise könnte er in den kommenden Jahren zu einer festen Größe in der Bundesliga, mit ein wenig Glück sogar Europas werden.

Abwehr:

Jérôme Boateng

Vor einigen Jahren galt Boateng noch als Wackelkandidat bei den Bayern. Seit nunmehr zwei Jahren ist der 26-jährige nicht mehr bei den Bayern und der Nationalmannschaft wegzudenken. Derzeit ist er mit Thiago Silva zusammen der vielleicht beste Innenverteidiger der Welt. Mit seiner beeindruckenden Dynamik und Antizipation hielt er in der abgelaufenen Saison die Hintermannschaft der Bayern einige Male zusammen. Seine direkten Zweikämpfe führt Boateng meist geschickt, indem er dem Gegner aggressiv entgegenläuft, um ihn wenig Entscheidungszeit zu gewähren. Auch wenn Boateng gern zu Platzverweisen neigt, so gewann er mit dieser Strategie über Zweidrittel seiner Zweikämpfe. Dank seiner bereits erwähnten guten Antizipation geht er diesen direkten Duellen jedoch zumeist aus dem Weg. Mit Ball am Fuß ist Boateng der vielleicht coolste Innenverteidiger in Europa. Mit seinen unnachahmlichen „Laserpässen“ gab er dem Spiel der Bayern häufig Vertikalität. Diese Pässe spielte er mit sehr hohem Tempo und einer Präzision, die vielleicht nur eine Handvoll Spieler so hinbekommen. Folglich ist die Aufstellung Boatengs eine Notwendigkeit.

 

Naldo

Sieben Treffer und zwei Torvorlagen in der Bundesliga. Was sich wie die Statistik eines Mittelfeldspielers liest, ist in Wahrheit jene Naldos. Mit seiner Gefährlichkeit bei Standardsituationen kam der 32-jährige in dieser Spielzeit zu einigen Torerfolgen. Dabei war es meist egal, ob mit Rechts (3), Links (1) oder per Kopf (3). Naldo bestach neben seiner Freistoßstärke vor allem durch seine Wucht bei ruhenden Bällen. Auffällig war hierbei, dass er gezielt den Elfmeterpunkt anlief, um dynamisch in das Kopfballduell zu gehen. Einen fast zwei Meter großen Lulatsch zu verteidigen, der dir auch noch entgegengesprintet kommt, ist sicherlich eines der Dinge, der man als Gegner eine Drei-Finger-Prostata-Untersuchung unterordnen würde. Aber Naldo ist weitaus mehr als nur ein Kopfballungeheuer, das den Torhütern die Freistöße um die Ohren schießt. Im Spielaufbau war er bei den Wolfsburgern meist der erste, der das Spiel nach vorn trug. Seine Ballverarbeitung sowie Passspiel sind zwar nicht auf dem Niveau eines Boateng oder Mats Hummels, dennoch recht sauber. Seine Qualitäten in der Endverteidigung und im direkten Duell sind auf höchstem Niveau. Probleme hat Naldo einzig bei der Verteidigung großer Räume. Dort fehlt ihm ein wenig die Schnelligkeit. Naldo war in dieser Saison trotzdem ein zentraler Bestandteil in Wolfsburgs Erfolgsteam und könnte diese Rolle auch in der nächsten Spielzeit ausführen.

Juan Bernat

Als der FC Bayern vor der Saison ihren Alaba-Backup vorstellte, runzelte so mancher Beobachter mit der Stirn. 10 Millionen Euro für einen weitestgehend unbekannten Linksverteidiger. Und dann auch noch ein Spanier. Der 21-jährige ist eine der Überraschungen der Saison. Unter Guardiola agierte er meist als Linksverteidiger oder als linker Flügelläufer im 3-4-1-2/3-4-2-1. Dabei konnte Bernat seine Fähigkeiten hervorragend einbringen. Mithilfe seiner tollen Athletik beackerte er den Flügel meist allein. Dies kam seiner recht linearen Spielweise natürlich sehr entgegen. Im Kombinationsspiel hatte der kleine Spanier zu Beginn der Saison noch einige Probleme, die er mit der Zeit abstellen konnte. Gefährlich wurde Bernat immer dann, wenn er auf sich allein gestellt war. Durch seine enge Ballführung und Schnelligkeit setzte er sich häufig gegen mehrere Gegenspieler durch. Teilweise suchte er auch gezielt die kurzen Kombinationen mit seinem Vordermann (Ribéry/ Götze), um sich bis zur Grundlinie durchzusetzen. Im direkten Zweikampf verhält sich Bernat sehr fair, weshalb er mit nur 0,44 Fouls pro Partie in dieser Hinsicht einer der besten der Liga ist. Weiterhin war Bernat fester Bestandteil der bayrischen Meistermannschaft (verpasste nur zwei Partien) und ist daher eine der positiven Überraschungen des Jahres.                         

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