Sie gelten als die fleischgewordene Hoffnung auf Tore. Sie sollen neben Spektakel für Unruhe in der gegnerischen Hintermannschaft sorgen. Schließlich gewinnt man nur, wenn man Tore erzielt. Aber genug der Phrasen. Nachdem Abwehr und Mittelfeld unserer Top11 bereits feststehen, geht es nun der Offensivabteilung an den Kragen.

Patrick Herrmann

Auf den ersten Blick wirkt Herrmann wie einer, der gerade frisch von der Jugendweihe kommt. Die Schuhe eben erst geschenkt bekommen, die Frisur gab’s obendrauf. Hinter diesem kindlichen Aussehen verbirgt sich jedoch eine Hochgeschwindigkeits-Kontermaschine. Sein Spiel definiert sich über Tempodribblings, das geschickte Abschirmen des Balles und natürlich das Ansprinten von freien Räumen. Patrick Herrmann kann man in diesem Punkt gut mit einem Wanderfalken vergleichen. Wie sein gefedertes Pendant anvisiert er sein „Opfer“ (offener Raum) zunächst, um anschließend mit tierischem Tempo (ba dumm tss) darauf Jagd zu machen. Sein Traum-Solo im Spiel gegen Borussia Dortmund ist hierfür der beste Nachweis. Mit seiner Spielweise steht er stellvertretend für das freche Offensivspiel der Borussia aus Mönchengladbach. Neben seinen elf erzielten Treffern bereitete Herrmann vier weitere vor – persönlicher Bestwert. Vor wenigen Tagen wurde Patrick Herrmann dank seiner starken Leistungen für die Nationalmannschaft nominiert. Eine weitaus größere Ehre wird ihm aber mit unserer Nominierung zuteil.

Pierre-Emerick Aubameyang

Der Gabuner war in Dortmunds durchaus verkorkster Saison eine der wenigen Konstanten. 16 Treffer und 6 Torvorlagen stehen ihm zu Buche. Obwohl es neben Aubameyang durchaus weitere Aspiranten für diese Position gibt (Meier, Lewandowski,…), so fiel die Wahl auf den 25-Jährigen. Zum einen, weil er in einem krisengebeutelten Team konstant Leistung brachte und den Dortmundern den ein oder anderen Punkt sicherte. Zum anderen, weil Aubameyang aufgrund seiner ungeheuren Dynamik gerade bei Kontern eine echte Waffe darstellt. Im Pressing bestach er diese Saison ebenfalls durch fast schon überfallartiges Anlaufen des Gegners. Offensiv kamen Aubameyangs Fähigkeiten durch seine Rolle als Mittelstürmer besser zu Geltung. Er war häufig die letzte Station der Angriffe (3,1 Schüsse/90 Min.), wodurch seine Schwächen im Kombinationsspiel nicht so stark ins Gewicht fielen. Aubameyang war in dieser Spielzeit so etwas wie die Lebensversicherung des BVB und so einer gehört definitiv in unsere Top11.

Arjen Robben

Wer dieses Jahr das Team der Saison ohne Arjen Robben aufstellt, hat sich entweder jeden Samstag ab 15:30 Uhr dem Heimatkanal zugewandt oder in der dritten Klasse den Schulranzen verloren und nicht wiedergefunden. Beides sehr beunruhigend. Der dribbelnde Holländer (riesen Kalauer!) spielte vielleicht die Saison seines Lebens. In gerade mal 20 Einsätzen erzielte er 17 Tore und war nebenbei an sieben weiteren Treffern direkt beteiligt. Pro Partie kam er im Schnitt auf 2,4 Torschussvorlagen (Key passes) und startete unglaubliche 4,5 Dribblings. War Robben in der Vergangenheit noch der teils egoistische Dribbler, der sich vom Team abschottete, so war er diese Saison Bayerns herausragender Akteur. Dabei klebte er nicht wie sonst üblich an der rechten Seitenlinie, um anschließend in die Mitte zu ziehen. Robben begleitete in dieser Spielzeit neben seiner gewohnten Rolle als Flügelstürmer die des Flügelverteidigers, die Halbposition einer Mittelfeldraute, die Zehnerposition und sogar die des Mittelstürmers. Robben, der Polyvalente. Robben, der Tausendsassa. Robben, der zur Top11 gehört, wie die Hollandaise zum Spargel.

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