Nach teilweise spektakulären Transfers in diesem Sommer gilt RB Leipzig als ein Top-Kandidat für einen der begehrten Aufstiegsplätze in der 2. Bundesliga. Mit Nukan, Selke, Sabitzer & Co. sicherten sie sich vielversprechende Talente, die eben jenen Aufstieg vorantreiben sollen. Zum Auftakt trafen sie auf den FSV Frankfurt, die ihrerseits mit Besar Halimi einen hervorragenden Dribbler von den Stuttgarter Kickers verpflichteten.
RB entblößt das Zentrum

Die Leipziger begannen mit den beiden Neuzugängen Orban und Nukan in der Innenverteidigung. Während Orban in der ersten Hälfte einige Male etwas überhastet agierte, fiel Nukan durch eine ungeheure Präsenz in den Zweikämpfen auf. In direkten Duellen war er meist griffig, während er sich im Raum sehr clever bewegte und einige Bälle frühzeitig abfing.

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Die 17. Minute: Während sich Orban und Kaiser gar nicht mehr im Bild befinden, verliert Nukan im Mittelfeld den Ball. Hierländer versucht noch, das Zentrum zu sichern. Dedic und Golley scheiterten letztlich an Coltorti.

Davor hatten Kaiser und Ilsanker auf der Doppelsechs im ersten Durchgang einige Staffelungsprobleme. Häufig musste einer von beiden das gesamte Mittelfeldzentrum allein absichern, da der Partner sehr weit aufrückte. Dadurch kamen die Frankfurter vor allem in der Anfangsphase zu der ein oder anderen Torchance. Mit Halimi hatten sie einen geeigneten Zwischenspieler, der sich aus dem aggressiven Gegenpressing der Leipziger zu befreien wusste und die Konter vorantrieb.

RB versuchte seinerseits mit den bekannten Waffen aus der letzten Saison, Torchancen zu kreieren. Der Spielaufbau beschränkte sich auf lange Bälle auf die beiden Zielspieler Selke und Poulsen, während sich die restlichen Mittelfeldspieler auf den Abpraller stürzten. Einzig Nukan versuchte sich zu Beginn an so manch einem Flachpass in den linken Halbraum auf Forsberg. Generell wurden die Innenverteidiger im Spielaufbau wenig von den Sechsern unterstützt, weshalb sich das gewohnte RB-Chaos entwickelte.
Ralle mit Umstellungen

Während Poulsen im ersten Durchgang teilweise sehr überdrehte, nahm er sich in der zweiten Hälfte mehr zurück. Nun war Forsberg beim Übergang vom zweiten ins letzte Spielfelddrittel präsenter. Poulsen beschäftigte stattdessen mit Selke die Innenverteidiger der Frankfurter. Die Leipziger wirkten nun etwas zielstrebiger in ihren Aktionen, auch wenn Sabitzer beim Siegtreffer natürlich vom Fehler Bittroffs profitierte.

Mit dem Wechsel Poulsens für Bruno stellte RB auf eine Art 4-2-3-1 um. Bruno suchte immer wieder das Zusammenspiel mit Forsberg, Sabitzer lauerte auf seiner rechten Seite auf Diagonalbälle hinter die Abwehr. Im Zentrum standen die Sachsen besser gestaffelt; Ilsanker war meist der Balljäger, Kaiser sicherte dessen Bewegungen ab.

Mit der Auswechslung Halimis nach einer guten Stunde generierten die Hausherren zwar mehr Präsenz in der letzten Linie, jedoch fehlte ihn bei Kontern häufig einer, der sich per Dribbling Zeit verschaffen und den Konter gefährlicher machen konnte. Frankfurts Chancen waren letztlich ähnlich wie die Leipzigs ein Stück weit Produkt des Zufalls und so blieb es beim 0:1.

Fazit
Für die Leipziger ein in der Summe glücklicher Sieg. Wirklich zwingende Torchancen spielte man sich nicht heraus, aber man war im entscheidenden Moment kaltschnäuzig genug. Das eigene Ballbesitzspiel ist nach wie vor ein großes Problem; gegen individuell unterlegene Mannschaften wird man die Offensiv-Power um Sabitzer & Co. zwar durchdrücken können, gegen ebenbürtige Teams braucht es jedoch mehr als nur lange Bälle in die Spitze mit anschließendem Gegenpressing, das hat die letzte Saison bewiesen.

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