Nach einer gefühlten Ewigkeit hat das Warten ein Ende; am Sonntag startete die zweite Garnitur des ZFC Meuselwitz in die neue Saison. Die Vorzeichen standen zunächst ungünstig: nach einer eher durchwachsenen Vorbereitung auf die neue Spielzeit standen dem ZFC an diesem Wochenende gerade so 14 Spieler zur Verfügung. Dass man dennoch als Favorit in die Partie ging, tat der Sache keinen Abbruch.

Dieser Favoritenrolle wurden die Meuselwitzer zu Beginn auch gerecht. Bereits nach sechs Minuten gingen die Gäste durch Felix Zschäck in Führung. Der ZFC lockte den Gegner zunächst auf die rechte Seite, ehe man mit einer klugen Verlagerung Christoph Krause auf der linken Seite freispielte, der mit Tempo in den Sechszehner zog und im Rückraum den freistehenden Felix Zschäck fand. In der Folge bemühten sich die Meuselwitzer, ihr eigenes Spiel durchzudrücken: man wollte gegen einen tiefstehenden Gegner den Ball sauber durch die eigenen Reihen laufen lassen und etwaige Gegenangriffe möglichst früh unterbinden.

In der 14. Minute glichen die Hausherren jedoch aus. Im Zentrum ließ man den Gegenspieler zu viel Platz, der anschließend den Silbitzer Marcus Fischer halbrechts freispielte. Dessen Schuss parierte Jacob Mühlmann zunächst, ehe er sich mit Routiner Mirko Kotowski nicht über den abgewehrten Ball einig war und der Ball irgendwie über die Linie trudelte. In den folgenden sechs Minuten verloren die Meuselwitzer gänzlich den Faden. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich bestrafte Markus Strobel eine Unstimmigkeit der ZFC-Hintermannschaft, ehe selbiger den Ball in der 20. Minute über Jacob Mühlmann hob. Dem 3:1 ging ein langer Abschlag des Torhüters voraus, den Linksverteidiger Fabian Baur unterschätzte. An diesem Rückstand hatten die Meuselwitzer sichtlich zu knabbern. Bis dahin kontrollierte man eigentlich Ball und Gegner. Eigentlich.

Nach der Pause unverändertes Bild: Meuselwitz versuchte sich mit spielerischen Mitteln Torchancen herauszuspielen und die Hausherren aus Silbitz verbarrikadierten das eigene Tor und bolzten die Bälle mit fortschreitender Spieldauer immer häufiger nach vorn. Wie auch in der letzten Saison war der ZFC dem Gegner spielerisch klar überlegen. Die über 150 Zuschauer sahen einige tolle Offensivaktionen über Maik Wegner oder den eingewechselten Friedrich May; man verlagerte das Spiel manches Mal sehr passend und ließ den Ball flüssig laufen. Leider mangelte es häufig an Verbindungen in der Spitze, wenn es Rchtung Strafraum ging. Oftmals stand ein Angreifer mehreren Gegenspielern gegenüber, wenn er das Spielgerät erhielt und so musste er auf dem Flügel in ein Unterzahldribbling gehen oder das Abspiel nach hinten suchen.

Im Spiel gegen den Ball stand der ZFC im Zentrum etwas schlecht gestaffelt. Da sich das „Aufbauspiel“ des Gastgebers ausschließlich auf lange Bälle beschränkte, stand die Verteidigung um Mirko Graf recht tief, während die beiden zentralen Mittelfeldspieler den Kontakt zu ihren Hinterleuten verloren. In diesem Raum konnten die Silbitzer Angreifer so manchen Ball teilweise ungehindert verarbeiten und gefährliche Aktionen kreieren. Kurz vor Schluss wollten die Meuselwitzer durch Flanken und hohe Bälle noch irgendwie zum Torerflg kommen, um wenigstens einen Punkt mitzunehmen. In der 81. Minute verkürzte Marcel Zobelt nach Vorlage von Mirko Kotowski zum 3:2. In einer chaotischen Schlussphase hatte Maik Wegner den Ausgleich nochmals auf dem Kopf, aber die Pille wollte einfach nicht über die Linie und so ging der ZFC leer aus.

So manch einer fühlt sich an die letzte Saison zurück erinnert: man selbst ist die spielerisch bessere Mannschaft, versucht sich mit fußballerischen Mitteln Chancen herauszuarbeiten und verliert die Partie letztlich durch individuelle Fehler. Silbitz selbst kam zu seinen Toren wie die Jungfrau zum Kind, und so ähnlich kann es auch in den nächsten Spielen kommen, geht man im Defensivspiel nicht mit der nötigen Konsequenz zu Werke. In der kommenden Woche wird man ein Testspiel gegen die Reserve von Markranstädt bestreiten, ehe man den TSV Bad Blankenburg zum ersten Heimspiel empfängt.

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