Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!“ „Die Kleinen haben nichts zu verlieren, die werden kämpfen, bis sie umfallen!“ Anhand dieser obligatorischen und überaus kompetenten Aussagen erkennt der geneigte Freund des runden Leders: es ist wieder soweit. Erste Runde des DFB-Pokals, Baby. In diesem Jahr blieben die Überraschungen bisher jedoch auf der Strecke. Auch die Dortmunder erfüllten gegen den Chemnitzer FC ihre Aufgabe standesgemäß.

Dortmund mit Strukturproblemen

Die Gäste begannen in einer Art 4-1-3-2. Während Sven Bender den Part als balljagender Sechser übernahm, positionierte sich Gündogan Halbrechts im Achterraum.cfcbvb Von dort aus baute er das Spiel häufig diagonal auf, indem er Neuzugang Gonzalo Castro im linken Halbraum suchte. Castro, zu Beginn noch ein wenig zurückhaltend, pendelte immer wieder zwischen einer halblinken und einer zentralen Position im zweiten Spielfelddrittel. In diesen Räumen suchte er das Zusammenspiel mit Mkhitaryan. Prinzipiell funktionierte dies sehr gut, weil beide schlichtweg herausragende Kombinationsspieler und Engendribbler sind, die sich auch in Unterzahl behaupten können. Allerdings wirkten die Folgeaktionen ein wenig ungeplant und teilweise überdreht, weil man sich auf links/halblinks festlief und der Angriff von den Chemnitzern abgefangen wurde.

Die Hausherren liefen ihrerseits im 5-3-2 auf. Nils Röseler rückte dabei von seiner zentralen Innenverteidigerposition zu Beginn häufig heraus, um Reus bzw. Aubameyang im Zwischenlinienraum zu stellen. Raphael Dem hielt seine Position im Zentrum vor der Abwehr relativ konstant. Unterstützt wurde er dabei von Danneberg. Der 29-Jährige pendelte zwischen dem linken Flügel und dem Zentrum, während sein Pendant Ofosu auf der anderen Seite deutlich offensiver agierte und auf Konter lauerte. Frank Löning gab mit seiner tollen Übersicht und seiner Ruhe am Ball die Anspielstation im Sturmzentrum.

Chemnitzer Konter verpuffen

Obwohl Löning so manchen Ball passabel verarbeiten konnte, rückten die Chemnitzer nur zaghaft nach, weshalb so mancher potentielle Konter bereits frühzeitig in den Sand gesetzt wurde. Aufgrund der Hitze wollte man sich diesbezüglich vermutlich nicht auf einen offenen Schlagabtausch einlassen. Nach dem Seitenwechsel ging der CFC in Persona Alexander Nandzik das ein oder andere Mal die langen Wege bei den Kontern, was auch zu der ein oder anderen Chance durch Fink bzw. Löning führte.

Mit der Einwechslung Hofmanns für Castro in der 63. Minute stellten die Borussen auf eine Art 4-3-3 um. Reus und Aubameyang agierten relativ nahe beieinander, Hofmann hielt auf dem linken Flügel die Breite. Der junge Julian Weigl brachte ab der 72. Minute mehr Sicherheit in die Ballzirkulation. Mit dem 0:2 durch Mkhitaryan war die Partie dann entgültig gelaufen, auch wenn sich die Chemnitzer noch um den Ehrentreffer bemühten.

Fazit

Ein standesgemäßer Sieg für die Borussia, die ein paar gute Ansätze im spielerischen Bereich gezeigt hat, lange Zeit jedoch etwas unharmonisch in ihren Bewegungen im letzten Drittel war. Die Chemnitzer waren lange Zeit ebenbürtig; sie kontrollierten das eigene Zentrum gut, auch wenn sie mitunter Probleme in der Endverteidigung hatten, wie bei den beiden Gegentreffern zu sehen war. Der Pokal hat womöglich doch keine eigenen Gesetze…

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