Borussia Dortmund

Nach einer absoluten Katastrophen-Saison retteten sich die Borussen am Ende noch in die Europa-League-Qualifikation. Mit Thomas Tuchel kam der personifizierte Hoffnungsträger ins Ruhrgebiet. Der Saisonstart verlief durchaus positiv: Den Wolfsberger AC demontierte man im Rückspiel der EL-Quali, im DFB Pokal gegen den Chemnitzer FC die erste Runde ohne Probleme überstanden und zum Liga-Start Borussia Mönchengladbach mit 4 Toren heimgeschickt. Ein Grund für das wiedererstarkte Dortmunder Spiel ist ein schmächtiger Mittelfeldspieler, der vor der Saison von 1860 München kam. Julian Weigl ist mit seinen 19 Jahren bereits jetzt eine Bereicherung für die Dortmunder. Da er überaus ballsicher ist und sich clever im Freilaufen bewegt, gibt er dem Aufbauspiel der Borussen eine gewisse Stabilität und vor allem Kreativität.

Eine weitere positive „Überraschung“ ist Henrikh Mkhitaryan. Über die fußballerischen Fähigkeiten des Armeniers muss man keine Worte mehr verlieren, diese haben sich bereits in den Vorjahren immer wieder angedeutet. In der letzten Saison hatte er allerdings mit Formkrisen zu kämpfen. Weiterhin wirkte Mkhitaryan teilweise arg überdreht; man hatte das Gefühl, er wolle sich den Ball am eigenen Tor abholen und bis zum anderen dribbeln. Unter Tuchel hält sich „Micky“ fast ausschließlich im letzten Spielfelddrittel auf. Dort kann er seine Fähigkeiten als dribbel- und kombinationsstarker Freigeist hervorragend einbinden.

Zu guter Letzt sei die Chancenverwertung der Borussen zu nennen: Unter Klopp hatte der BVB mit einen schwachen Torausbeute zu kämpfen. Statistisch hatte man eine der schlechtesten Chancenverwertungen der Liga. Das lag an schlichtweg an der Tatsache, dass man pro Spiel sehr häufig aus ungünstigen Situationen aufs Tor schoss. Manches Mal wählte man den Torschuss, anstatt geduldig das nächste Anspiel zu suchen. Tuchel konnte diese Schwäche zumindest bis jetzt beheben: Gegen Gladbach verwertete man vier der sieben Torschüsse – hätte ich damals im Club meine Chancen auch so genutzt, würde Mutter doch noch Hoffnung auf Enkelkinder haben.

Manchester City

Mit schmalen 84,20 Millionen Euro Transferausgaben hielten sich die Ausgaben des bumssympathischen Clubs aus Manchester noch in Grenzen. Mit Raheem Sterling sicherten sie sich eines der größten Offensiv-Talente Englands, Fabian Delph von Ligakonkurrent Aston Villa ist ein solider Backup für das zentrale Mittelfeld. Überaus interessant ist die Verpflichtung von Enes Ünal. Der junge Türke erinnert mit seiner Spielweise an eine Mischung aus Robert Lewandowski und Wayne Rooney. Ünal wurde zunächst nach Genk ausgeliehen. Es bleibt zu hoffen, dass er sich im kommenden Jahr in der Premier League behaupten darf. ManCity startete furios mit 6 Toren und 6 Punkten. Dem amtierenden Meister Chelsea London schenkte man am Wochenende drei Tore ein. Die „Citizens“ trennten sich vor der Saison von diversen Altlasten: Edin Dzeko, Micah Richards und Stefan Jovetic verhökerte man und dünnte den Kader etwas aus.

Manchester City lief in den ersten beiden Partien in einem 4-2-3-1 auf. Im Zentrum überrollten die beiden Kinder eines Panzers, Yaya Toure und Fernandinho, die Gegner reihenweise. David Silva konnte endlich in seiner Paraderolle als freischaffender Zehner glänzen. Der Spanier startete in der Vergangenheit häufig auf dem Flügel und suchte von dort aus den Weg ins Zentrum. Auf den Flügeln sorgten Jesus Navas und Neuzugang Sterling mit ihrem Tempo für Torgefahr. Im Sturmzentrum war Sergio Agüero permanenter Gefahrenherd für die Gegner.

Die „Skyblues“ werden auch in diesem Jahr um den Titel in der Premier League mitspielen. In der starbesetzten Truppe scheint Trainer Manuel Pelledrini nun eine gute Balance gefunden zu haben. Offen bleibt hingegen die Frage, ob sie auch in der Champions League für positive Schlagzeilen sorgen können. Dort stellten sie sich ungeschickter an, als ein Klosterbruder im Freudenhaus.

Athletic Club Bilbao

Als die Basken vor gut einer Woche den amtierenden Triple-Sieger aus Barcelona mit 4:0 im Hinspiel des spanischen Supercups abfertigten, rieben sich nicht wenige ungläubig die Augen. Mittelstürmer Aduriz erzielte dabei drei Treffer. Bilbao fand eine gute Mischung aus schnellem Konterspiel und geduldiger Ballzirkulation, mit der sie Barcelonas Gegenpressingversuche häufig ins Leere laufen ließen. Das Team von Ernesto Valverde verfügt über einige erfahrene Kicker, wie eben Aduriz, Etxeita oder Mikel San Jose.

Athletic Bilbao ist sicherlich eines der interessantesten Teams der spanischen Liga. Gerade im Offensivspiel haben sie einige sehr gute Ansätze. Dass sie in den letzten Jahren reihenweise Top-Spieler hervorbrachten ist ebenfalls eine Bestätigung ihrer guten Arbeit. Javi Martinez, Fernando Llorente und Iker Muniain sind die Aushängeschilder der Basken. Talente wie Innenverteidiger Laporte oder Offensivmann Sabin stehen bereits in den Startlöchern. Auf dem Feld formatieren sich die Spanier häufig im 4-2-3-1. Die Aufgabenstellung der beiden Sechser ist relativ klar unterteilt: während Beñat meist für den Spielaufbau zuständig ist, kümmert sich San Jose um die Ballzurückgewinnung. Aduriz ist mit seinen 34 Jahren noch immer ein herausragender Mittelstürmer. Seine Ablagen mit dem Rücken zum Tor sind sehr gut, seine Qualitäten im Abschluss unbestritten.

Am Sonntag treffen beide zum Liga-Auftakt aufeinander. Ob abermals ein solches Feuerwerk abgebrannt wird, ist fraglich. Die Basken könnten auch in dieser Saison wieder ein ordentliches Wörtchen mitreden. Nicht etwa um den Titel der Primera Division. Athletic Bilbao wird die Spitzenteams aus Barcelona und Madrid gehörig ärgern und die Champions League Qualifikation anvisieren.

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