Nach fast zwei Jahren endet die Siegesserie der A-Junioren des ZFC Meuselwitz. Nach der grandiosen Saison im letzten Jahr verließen zahlreiche Leistungsträger das Team, welches sich derzeit noch in der Findungsphase steckt. Ausgerechnet gegen den langjährigen Rivalen Schott Jena kassierte man nach langer Zeit die erste Niederlage in der Meisterschaft.

Die Gäste aus Meuselwitz begannen zunächst sehr abwartend und lauerten dementsprechend mit ihren schnellen Spitzen Alexander Korent und Jasper Hoffmann auf Konter. Einen ersten Annäherungsversuch gab es in der 6. Minute, als sich Jasper Hoffmann auf links gegen zwei Gegenspieler durchsetzen konnte. Sein Abschluss brachte jedoch nichts ein. Nur wenige Sekunden später wurde Alexander Korent herrlich von Fabio Schilbach mit einem gut getimeten Pass durchs Zentrum in Szene gesetzt, dieser scheiterte allerdings am Torhüter der Jenaer. In der 10. Minute behielt er dann doch die Nerven vor dem Tor, als er, diesmal vom aufgerückten Lucas Mühlmann, halblinks freigespielt wurde, sich gegen mehrere Gegenspieler behaupten konnte und die Kugel schließlich in die linke Seitentasche verbuddeln konnte. Aus dem 1:0 schöpften die Meuselwitzer nun Hoffnung; eine Flanke von Stefan Oehler fand Lucas Bartsch an der Sechzehnerkante, der den Ball per Dropkick links unter die Latte setzte. Prädikat: schnalz.

Die Hausherren, sichtlich überrascht von den beiden Gegentreffern, versuchten zunächst Ruhe in das eigene Spiel zu bringen. Ein langer Ball wurde aus der Verzweiflung heraus in Richtung des ZFC-Strafraums geschlagen, und ein Jenaer Stürmer nutzte die Unstimmigkeit in der ZFC-Hintermannschaft aus. Nach 18 Minuten glichen die Jenaer dann sogar aus. Der ZFC hatte seinerseits Torabstoß, der Ball landete im Mittelfeld, wo die Gastgeber einfach griffiger im Zweikampf waren und sich den abgewehrten Ball schnappten. Schnell spielten sie in die Spitze, den ersten Schuss konnte Julius Felter zunächst abwehren, beim Nachschuss war er chancenlos. In der Folge hatte der ZFC immer mehr Mühe, seine eigene rechte Seite dicht zu machen. Gerade Fabian Dietrich und Stefan Oehler hatten mit der robusten Spielweise ihrer Gegenspieler arge Probleme. Wirkliche Akzente konnte man aus ZFC-Sicht kaum noch setzen. Vereinzelt gab es Umschaltsituationen über Alexander Korent oder Jasper Hoffmann. Etwa zehn Minuten vor der Halbzeit ging Schott Jena durch einen Handelfmeter in Führung.

Nach dem Seitenwechsel bot sich zunächst wenig spektakuläres: Der ZFC formierte sich in einer Art 4-2-4(-0), sie stellten das Zentrum gut zu und zwangen die Innenverteidiger zu weiten Diagonalbällen auf die Flügel. Prinzipiell ist dies keine schlechte Idee, da sich die Außenpositionen hervorragend einigen, um möglichst schnell Zugriff auf den Gegenspieler zu bekommen. Allerdings arbeitete man in dieser Hinsicht nicht kollektiv genug, um Überzahl in diesen Zonen herzustellen. Der jeweilige Meuselwitzer musste zumeist in 1-gegen-1-Duelle gehen, da er von seinen Partnern nicht konsequent genug unterstützt wurde. So kreierten die Jenaer auf diese Weise immer wieder Chancen, die aber nicht genutzt werden konnten. Erst nach einer Ecke in der 49. Minute erhöhten die Gastgeber auf 4:2.

Der ZFC verlor zeitweise total die Ordnung, ein Spielaufbau wurde nur teilweise betrieben und im Zentrum mussten Bao Nguyen und Fabio Schilbach enorm viel Raum abdecken. Auch Lucas Bartsch hing nach gutem Beginn etwas in der Luft. Wenn etwas ging, dann zumeist über das Duo Hoffmann-Korent, die mit ihrem Tempo und ihrer Ballsicherheit immer wieder Flügeldurchbrüche forcierten. Der Anschlusstreffer gelang nach einer Ecke Fabian Dietrichs, als Fabio Schilbach aus etwa zehn Metern den abgewehrten Ball in die Maschen drosch. In einer hektischen Schlussphase schafften es die Jenaer, die Meuselwitzer Angriffe abzuwehren und den Sieg über die Zeit zu retten.

Was bleibt nach diesem Spiel noch zu sagen? 6 Punkte aus den ersten drei Spielen sind sicherlich kein Weltuntergang, da man in diesem Jahr wohl kaum um den Titel mitspielen wird. Mit dem letztjährigen Team hat das aktuelle nur noch wenig gemein; sowohl spielerisch, als auch in der Kaderbreite musste man im Sommer viele Abstriche machen. In nahezu jedem Mannschaftsteil gingen Führungsspieler verloren, was aktuell noch schwer wiegt. Dass das Team allerdings noch am Anfang seiner Entwicklung steht, ist auch klar. Dementsprechend wird es dauern, bis sich die Spieler aufeinander eingespielt haben, sich die Neuzugänge an das Tempo gewöhnt und sich fußballerisch weiterentwickelt haben.

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