1. Compper und Sebastian fehlt das Tempo

rblfck
Startaufstellungen

Gegen die Lauterer startete das Duo Compper/Sebastian in der Innenverteidigung. Gerade Compper hatte ab der 25. Minute immer wieder Probleme, die Räume zu sichern, die beim offensiven Spiel der Leipziger entstanden. Tim Sebastian kam auf seiner Seite damit etwas besser zurecht, auch wenn der Großteil der Lauterer Konter über die Seite Comppers eingeleitet wurden. Dass RB in gut 95% der Spiele als Favorit in die Partie geht und folglich das Spiel machen muss, ist nichts neues. Bereits in der Vergangenheit rückten die Innenverteidiger dementsprechend weit nach vorn, um Konter frühzeitig zu unterbinden. Allen voran Orban und zu Saisonbeginn Nukan zeigten diesbezüglich gute Leistungen. Es ist unklar, ob es von Rangnick gewollt war, dass die Innenverteidiger diesmal bewusst tiefer standen, oder ob es schlichtweg Comppers mangelndes Spielverständnis war. Da die Leipziger häufig über ihre linke Seite attackierten, und Halstenberg dementsprechend aufrückte, boten sich hinter dem Linksverteidiger Lücken, die Compper und Sebastian zusammen mit Kaiser hätten abdecken müssen.

2. Klare Rollenverteilung im Zentrum

Auf beiden Seiten verteilten sich die Rollen im Zentrum recht ähnlich: Während bei den Hausherren Dominik Kaiser für den Spielaufbau und die Ballzirkulation hin zum zweiten Drittel zuständig war, sorgte Ilsanker gewohnt für Stabilität, indem er beim seitlichen Herausrücken Kaisers das Zentrum besetzte. Vorstöße oder aggressives Herausrücken im Pressing gab es von Ilsanker eher selten zu sehen, vielmehr kümmerte er sich um die Sicherung der eigenen rechten Seite um Ken Gipson. Diego Demme balancierte die Bewegungen Sabitzers aus, indem er sich bei einem Einrücken Sabitzers auf den Flügel bewegte und vereinzelt für Breite im Spiel sorgte. Beim FCK war Halfar vermehrt auf der halbrechten Seite zu finden, um den Ball vom Flügel möglichst schnell ins Zentrum zu bringen oder gar auf die ballferne Seite zu verlagern. Ziegler war wie Ilsanker eher auf Sicherung bedacht.

3. Links ist Trumpf

szenerb
Das 0:1. Nach einem Fehlpass Comppers erhält Jenssen den Ball, der den startenden Löwe bedient. Compper öffnet mit seinem Herausrücken Raum für Klich, da sich Sebastian am Gegenspieler orientiert. Für Ilsanker ist es schwer, Klich noch zu verfolgen.

Wie bereits erwähnt, versuchte man aus Leipziger Sicht, die linke Seite mit Forsberg, Halstenberg, Sabitzer und Selke zu überladen. Dominik Kaiser sollte in diesen Situationen als Sicherung agieren und bei Ballverlusten aggressiv ins Gegenpressing gehen. Was auch sonst. Im ersten Durchgang funktionierte dies recht ordentlich. Sabitzer und Forsberg sorgten für mächtig Betrieb auf der Seite, einzig der Wechsel ins Zentrum kam entweder zu spät oder der Sechszehner wurde bei Hereingaben schlecht besetzt. Kaiserslautern versuchte eine ähnliche Strategie: Trainer Fünfstück suchte sich den unerfahrenen Ken Gipson als Opfer für die Lautern-Angriffe aus. Schon im Aufbauspiel suchte man immer wieder Linksaußen Jenssen, der im Verbund mit Löwe Flügeldurchbrüche erzwingen sollte. Der Leipziger Stefan Ilsanker schob in diesen Szenen allerdings die Räume zu und unterstützte den Rechtsverteidiger der Leipziger. Klich positionierte sich als hängende Spitze zumeist im linken Halbraum, um Dreiecke zu bilden. Diese Dreiecke spielten die Lauterer dynamisch aus; so geschehen beim 0:1 durch eben Klich.

4. RBL noch zu abhängig vom Duo Forsberg-Sabitzer

Emil Forsberg und Marcel Sabitzer waren in der bisherigen Saison stets Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel der Leipziger. Während Kaiser für die Ballzirkulation in tieferen Zonen zuständig ist, sollen Forsberg und Sabitzer im letzten Drittel kombinieren. Gegen Kaiserslautern hatten diese jedoch spätestens ab dem zweiten Durchgang zunehmend Probleme, die Bälle zu verteilen. Vor allem Forsberg rannte sich immer wieder auf den Flügeln fest, von Sabitzer war im zweiten Durchgang nur noch wenig zu sehen. Es ist nicht so, dass die Leipziger sich keine Chancen erspielen konnten; da Selke allerdings immer wieder auf die Flügel auswich, um mit Forsberg zu kombinieren, fehlte in der Box ein Abnehmer für die Flanken Halstenbergs bzw. Forsbergs. Teilweise verfiel RB in alte Muster, indem man auf Gut Glück die Bälle Richtung Davie Selke spielte und etwas kopflos auf die zweiten Bälle ging. Funktionierte dies nicht, versuchte man es wieder. Und dann wieder. Und dann wieder…

Fazit

Eine gute Zweitligapartie, in der die Leipziger es nur selten schafften, ihre Offensiv-Power in Chancen umzumünzen. RB zeigte in der Anfangsphase gute Ansätze im Kombinationsspiel, diese dämmten die leidenschaftlich verteidigenden Lauterer mit der Zeit immer besser ein. Die mangelnde Absicherung bei Ballverlusten und die zu tiefe Positionierung der beiden Innenverteidiger vergrößerten die Räume für die Leipziger, um ihr berüchtigtes Gegenpressing erfolgsstabil aufzuziehen. Somit klettert Kaiserslautern in der Tabelle nach oben, wohingegen RBL die Tabellenführung wieder an Freiburg abgeben musste.

Advertisements