Internationale Turniere können immer wieder eine Bühne für taktische Neuerungen und Trends darstellen. Ob bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren, als Dreier- und Fünferketten ihr Comeback feierten oder bei der letzten Europameisterschaft, als Spanien ohne echten Stürmer spielte. In diesem Sommer zeichnen sich ebenfalls einige taktische Trends ab. So imponierte Mexiko unter Juan Carlos Osorio bisher bei der diesjährigen Copa América Centenario mit einer guten Mischung aus Dreier- und Viererkette sowie stabiler Ballzirkulation. Die generellen Vor- und Nachteile von Mexikos System sollen im Folgenden näher erläutert werden.

Hybride Staffelungen mit und ohne Ball

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Mexikos Startaufstellung gegen Jamaika

Grundsätzlich bauen die Mexikaner bei eigenem Ballbesitz mit einer Dreierkette auf. Im zweiten Gruppenspiel gegen Jamaika bestand diese aus Héctor Moreno, Yasser Corona und Néstor Araujo. Diese Kette war allerdings leicht nach links verschoben. Die beiden gelernten Linksverteidiger Moreno und Corona schoben bei Bedarf eine Position weiter nach links, um ein eventuelles Abkippen Rafael Márquez’ zu ermöglichen.

Bereits hier entstehen im Aufbau viele Dreiecke und rautenartige Gebilde, die für den Gegner nur schwer zu pressen sind. Stört der Gegner schon frühzeitig, positioniert sich Corona ein stückweit tiefer als die beiden Halbverteidiger, um die Passwinkel nach außen zu öffnen. Bliebe er auf einer Höhe mit seinen Kollegen, wäre es für den Gegner einfacher, die Passwege nach außen zuzustellen und Druck auszuüben. Márquez ist hierbei dank seiner Spielintelligenz und seiner tollen Ballbehandlung ein wichtiger Anker im Aufbauspiel. Der Kapitän kann entweder komplett in die letzte Linie zurückfallen, um sein Team aus der Drucksituation zu befreien oder aber er pendelt zwischen dem Zentrum und der halbrechten Position neben Araujo. Die Mexikaner spielen diese Situationen nicht nur sehr geduldig aus, indem sie konsequent den Ball zirkulieren lassen, bis sich eben die Lücke ergibt. Sie locken den Gegner in manchen Situationen auch bewusst an, um die gegnerischen Linien auseinander zu ziehen. Nachzufragen bei Uruguay, die Mexiko im ersten Gruppenspiel mit 3:1 unterlagen. Dank ihrer relativ guten Ballsicherheit, welche auch aus dem sehr breiten Auffächern der Dreierkette resultiert, sind die Südamerikaner in diesen Szenen sehr stabil.

Auch im zweiten Drittel profitieren Osorios Schützlinge von ihrer Ballsicherheit und ihrer Nutzung des Raumes. Im Mittelfeld agiert Mexiko für gewöhnlich mit einer Raute bestehend aus Márquez als tiefstem Punkt, Miguel Layún und Jesús Dueñas auf den Halbpositionen sowie Héctor Herrera als Zehner. Während sich Layún als gelernter Linksverteidiger verstärkt in der Nähe des Flügels aufhält und eher aus einer breiteren Grundposition agiert, bewegt sich Dueñas stärker ins Zentrum. Fällt Márquez in die Dreierkette zurück, ist es meistens der 27-Jährige, der die zentralen Räume vor der Abwehr besetzt. Dueñas rutschte allerdings erst durch den Platzverweis Andrés Guardados in die Mannschaft. Der Mann von PSV Eindhoven ist Kapitän des Teams und ebenso wie Márquez von essentieller Wichtigkeit.

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Aufbau der Mexikaner: Der Ball wird zum linken Halbverteidiger gespielt, der andribbelt und im linken Halbraum mehrere Anspielstationen vorfindet. Márquez sichert entsprechend ab.

Herrera und Layún wechseln während der Angriffe immer wieder dynamisch ihre Positionen. Beide spielen sie beim FC Porto und kennen sich demnach hervorragend. Herrera ist mit seiner Ballsicherheit immer dann wertvoll, wenn er sich aus Drucksituationen lösen und das Pressing des Gegners aushebeln kann. Layúns Ausweichbewegungen zum Flügel hin öffnen einerseits die Passkanäle auf Herrera, sie sorgen auch dafür, dass der Linksaußen, meist Lozano oder Jesús Corona ins Zentrum ziehen kann.

Was sich also bereits nach der Betrachtung der ersten beiden Mannschaftsteile zeigt: Mexiko kann flexibel die Formationen ändern. Aus dem Fundament der Dreierkette kann Márquez immer wieder zwischen einer tiefen Position in der ersten Linie und seiner Position als tiefster Spieler einer Raute wechseln. Besonders, wenn Mexiko im Spiel gegen den Ball weit nach hinten gedrückt wird, lässt sich der 37-Jährige permanent in die Abwehrkette fallen. Die Halbspieler der Raute können je nach Besetzung zentraler bleiben oder den Flügel unterstützen. Gegen Uruguay ließ sich Layún teilweise auf die Linksverteidigerposition zurückfallen, um für defensive Stabilität zu sorgen. Im Laufe des Turniers lief Mexiko im 3-4-3 mit Raute auf, im 3-4-1-2, einem 4-1-4-1, 4-3-1-2 und in ihrem letzten Spiel, dem niederschmetternden 0:7 gegen Chile, spielten sie im 4-3-3.

Permanente Breite im letzten Drittel

Die offensive Dreierreihe nimmt im Angriffsspiel einen wichtigen Teil ein. Was auch sonst, ist schließlich die Offensive. Die Außenstürmerpositionen begleiteten bisher Lozano, Jesús Corona, Raúl Jiménez und Javier Aquino. Auf der Mittelstürmerposition wechselten sich Chicharito und Oribe Peralta ab. Die Außenstürmer geben beide während des Angriffsvortrages fast durchgängig Breite. Hin und wieder rotierte auch Herrera oder Layún auf den Flügel und der jeweilige Flügelstürmer zog in die Mitte. Ein Positionswechsel mit dem beweglichen Chicharito kam ebenso vor. Da die Mitte durch die drei Innenverteidiger, die vier Rautenspieler und mit Abstrichen den Mittelstürmer bereits dicht besetzt ist, liegt es an den beiden Außen, die gegnerischen Außenverteidiger zu binden. Sie positionieren sich dabei in den Schnittstellen zwischen den gegnerischen Innen- und Außenverteidigern. Dadurch binden die beiden Spieler allein schon vier Gegner, da diese sich permanent orientieren müssen, wo sich die mexikanischen Spieler befinden. Selbst bei Freistößen aus dem Halbfeld oder aus weiter Distanz geben zwei Spieler immer Breite, um die gegnerischen Linien auseinander zu ziehen.

Die Passwege im mexikanischen Spiel sind so ausgerichtet, dass die Flügelstürmer möglichst spät, Idealerweise beim Übergang ins letzte Spielfelddrittel, eingebunden werden. Die Dreierkette forciert in der ersten Linie diagonale Pässe ins Zentrum oder die Halbräume. Selten sieht man plumpe Vertikalpässe die Linie entlang. Der Vorteil hierbei ist, dass der Gegner nicht nur in eine Richtung verschieben muss, sondern gleichzeitig auch horizontale Laufwege verrichten muss. Spielt die ballbesitzende Mannschaft diese Bälle mit entsprechendem Tempo und Sauberkeit, hat es die verteidigende Mannschaft schwer, vor allem die ballfernen Räume schnell genug zuzulaufen.

Ist der Ball dann im Mittelfeld der Mexikaner angekommen, wird entweder über Márquez direkt auf die Flügel verteilt, oder man versucht über Herrera und Guardado bzw. Láyun den linken Flügel zu überladen. Mit Jesús Corona hat man hier einen überaus dribbelstarken Akteur, der sich sehr gut in engen Räumen zurecht findet. Sein wunderschönes Tor gegen Venezuela ist sicher ein Paradebeispiel für das Angriffsspiel der Mexikaner: Das Zentrum wird überladen, der Ball landet nach guter Kombination bei Corona, der sich mit einem diagonalen Dribbling ins Zentrum bewegt und sich sehenswert gegen mehrere Gegenspieler durchsetzt. Solche Qualitäten sind gerade für eine solche Spielweise von enormer Wichtigkeit. Im Ballbesitzspiel benötigt man Spieler, die Eins-gegen-Eins-Situationen auflösen und Räume geschickt durchbrechen können. Teams wie Barcelona oder der FC Bayern sind deshalb so stark auf Akteure wie Robben oder Neymar angewiesen, da sie genau diese Fähigkeiten mitbringen.

Mexikos Schlappe und was davon bleibt

Im Viertelfinale der Copa América unterlagen die Mexikaner wie bereits angesprochen den Chilenen relativ deutlich. Trainer Osorio ließ Márquez zunächst auf der Bank und stellte auf ein klares 4-3-3 um. Die Verteidigung bildeten Rojas, Araujo, Moreno und Layún. Der Mittelfeldachse aus Guardado, Dueñas und Herrera mangelte es dadurch an Absicherung und der nötigen Balance. Vielfach öffnete man im Spiel gegen den Ball den Zwischenlinienraum vor der Abwehr. Für Chiles Vargas und Sanchez war es daher ein Leichtes, die Mexikaner vor ehebliche Probleme zu stellen. Begünstigt wurde dies zudem von Mexikos tiefer Viererkette, die wohl aufgrund mangelnden Tempos sehr tief verteidigte und nicht in Laufduelle geschickt werden sollte. Hinzukam eine miserable Endverteidigung mit schlechter Strafraumbesetzung bei Hereingaben Chiles.

Ein Stück weit scheiterte Mexiko auch an seiner eigenen Spielweise; sie versuchten zwar gegen Chile ihr flaches Ballbesitzspiel umzusetzen, es scheiterte diesmal jedoch an der Absicherung untereinander und technisch beschlagen Spielern wie Márquez, die den Rhythmus des Spiels bestimmen können. Dennoch kann man aus dem Konzept der Mexikaner, insbesondere aus der Formation einige positive Schlüsse ziehen.

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Hypothetische Aufstellung des BVB. Werden wir wohl so nie sehen.

Zwar ist es bisher noch nicht so häufig genutzt worden, doch das 3-4-3 mit Raute könnte zukünftig für einige Teams interessant werden. Es ist dabei unerheblich, ob das Team auf Ballbesitz oder Konter ausgerichtet ist. Die bereits angesprochenen Vorteile im Spielaufbau wären für viele Mannschaften von Vorteil, um einen stabilen Aufbau nach vorn zu tragen. Da die allermeisten Teams in Formationen mit zwei Stürmern pressen, lässt sich meist ein defensiver Mittelfeldspieler zwischen die Innenverteidiger fallen, um eine Überzahl in der ersten Linie herzustellen. Dieses Problem umgeht man mit der Dreierkette von Haus aus. Das Zentrum bleibt weiterhin quantitativ ausreichend besetzt, wodurch man nicht zu leicht auf den Flügel gedrückt werden und flexibel bleiben kann.

Teams wie Guardiolas Bayern, auch Bayer Leverkusen dürfte dieses System recht gut zu Gesicht stehen. Ajax Amsterdams künftiger Trainer Peter Bosz nutzte diese Formation ebenfalls in der Vergangenheit, weshalb auch hier von auszugehen ist, dass die Niederländer in der kommenden Spielzeit hin und wieder damit auflaufen werden. Interessant wäre auch Borussia Dortmund in dieser Formation. Mit Schmelzer, Bartra und Sokratis haben sie eine recht passende Dreierkette mit Nuri Sahin oder Weigl als Sechser davor. Castro, Rode, Kagawa, Merino und Mkhitaryan stünden für die Mittelfeldachse bereit. Offensiv könnte man auf Reus, Aubameyang und Dembélé bzw. Emre Mor zurückgreifen, die ebenfalls recht passend sein dürften.

 

Zeig mir deine Rochaden, Baby!

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Mögliche Rochade im Spielaufbau: Der Sechser verlässt seine Position, der Achter lässt sich dynamisch in das entstandene Loch zurückfallen.

Die Raute im Mittelfeld bietet zahlreiche Varianten im Spielaufbau. Die Positionen können recht intuitiv besetzt werden und entsprechende Dreiecke gebildet werden. Bei Bedarf kann sich wie bei der Mexikanischen Nationalmannschaft der tiefste Mittelfeldspieler nach hinten fallen lassen, sollte der Gegner aggressiv mit drei Spielern pressen. Selbstverständlich kann dieser Mechanismus genauso gut von einem der Halbspieler ausgeführt werden. Lässt sich beispielsweise der halbrechte Achter in die erste Linie zurückfallen, kann der Sechser aufrücken und Räume für seinen Kollegen öffnen. Optimal wären für die alleinige Sechserposition sicherlich Spieler wie Granit Xhaka, Xabi Alonso oder Daniele De Rossi. Spieler, die ohnehin schon eine tiefe Grundposition haben und sich gerne in die erste Linie zurückfallen lassen.

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Der Sechser verlässt seine Position, zieht seinen Gegenspieler mit, wodurch der Passweg auf den herauskippenden Achter geöffnet wird. Hat ein bisschen was von ’nem Kreisel…

Es ist ebenso möglich, dass sich einer der Achter seitlich anbietet, um damit den Flügel zu überladen und den Gegner entsprechend zu locken. Durch die hohe Anzahl an zentralen Mittelfeldspielern besteht hier nicht die Gefahr, das Zentrum verwaisen zu lassen. Auf ein eventuelles Herauskippen des Achters könnte beispielsweise der Zehner mit einem Zurückfallen reagieren. Dynamische, vertikale Wechselspiele zwischen den Spielern innerhalb der Raute sind ebenso möglich wie horizontale Rochaden der Halbspieler. Eine Doppelsechs kann ebenfalls auf viele verschiedene Weisen gebildet werden. Die Variationen sind schier unendlich.

Die Offensivspieler dürfen allerdings nicht so viele positionelle Freiheiten bekommen. Zwar haben sie in ihren vorgeschriebenen Räumen alle Freiheiten, auf dem Feld müssen sie sich jedoch sauber in gewissen Zonen positionieren. Die Positionierung hängt im Prinzip von drei Parametern ab: der Position des Balles, der der Mitspieler und jene Positionen der Gegenspieler. Da sich aufgrund der drei Zentralverteidiger und der Raute genügend Spieler in der Mitte befinden, ist es für die beiden äußeren Spieler wichtig, dass sie aus einer möglichst breiten Grundposition nahe der gegnerischen Abwehrkette starten. Sie stünden dann für Verlagerungen bereit und würden die Außenverteidiger binden. Idealerweise wären hier natürlich besonders dribbelstarke Akteure, die sich gut in isolierten Situationen zurecht finden. Wie eben Corona bei den Mexikanern oder Arjen Robben, Gareth Bale, Kingsley Coman oder Leroy Sané.

Für den Mittelstürmer ist es wichtig, dass er sich auf unterstützende Läufe konzentriert. Bogenartige Läufe in die Schnittstellen wären ebenso ein probates Mittel wie ein Überladen des Flügels mit dem Außenstürmer. Es wäre allerdings wichtig, dass er nicht zu stark zurückfällt und Bälle fordert, sofern die zentralen Räume durch seine Kollegen besetzt werden. Denkbar wäre ein Wechselspiel mit dem Zehner, wie es Barcelona vor einigen Jahren bereits mit Cesc Fábregas und Lionel Messi praktizierte. Je nach Spielerwahl würde der Gegner hier immer wieder vor neue Aufgaben gestellt werden. Ein spielstarker Mittelstürmer wäre ebenso denkbar, wie ein abschlussstarker Stürmer, der sich erst spät am Angriff beteiligt. Passend wären hierfür Spielertypen wie Karim Benzema, Mario Gomez, Harry Kane oder besagter Chicharito.

 

Genaue Abläufe für die Defensive

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Potenzielle Gefahrenräume im 3-4-3

Im Spiel gegen den Ball muss zunächst geklärt werden, wie die potentiell offenen Flügelräume neben der Raute verteidigt werden. Bei Rautenformationen steht man als Team generell vor dem Problem, dass man das Zentrum zwar stark verdichten kann, dafür aber die Außen offen lässt. Spielt man selbst mit einer Viererkette in der Abwehr, können die Außenverteidiger diese Räume belaufen. Mit nur drei Mann in der letzten Linie ist dies sehr risikoreich. Es würden dadurch extreme Räume in ballfernen Zonen entstehen, die mit einer Verlagerung relativ einfach angespielt werden können.

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Die „konservative“ Variante: Der Sechser lässt sich nach hinten fallen, der rest schiebt geschlossen nach.

Eine Möglichkeit, diesem Problem entgegenzuwirken wäre ein Zurückfallen des Sechsers. Er würde hierbei ein eventuelles Herausrücken des Halbverteidigers ausbalancieren, indem er ins letzte Glied rückt. Mexiko nutze dies im Laufe des Turniers unter anderem mit Layún, der sich als linker Achter auf die Position des Linksverteidigers fallen ließ, um eine Viererkette herzustellen. Ob dies dynamisch geschieht oder er sich bereits frühzeitig hinten rein fallen lässt, ist dabei ebenfalls entscheidend. Bei der dynamischen Variante bedarf es guter Abstimmung und einer sehr guten Antizipation seitens des Sechsers. Der Verteidiger dürfte außerdem nicht völlig planlos herausrücken. Der Vorteil dieser Variante ist, dass man den Gegner im Gegensatz zur „organisierten“ Variante wesentlich druckvoller anlaufen und Ballverluste provozieren kann.

Eine weitere Option wäre natürlich, dass die Halbspieler der Raute in die Flügelräume schieben. Auch

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Wie es Mexiko teilweise interpretierte: Der Achter gesellt sich zu den Verteidigern.

hier ist die Sicherung untereinander enorm wichtig und es muss eine hohe Laufarbeit verrichtet werden. Verlagert der Gegner entsprechend schnell auf die andere Seite, könnte es hier zu Problemen kommen. Hier müssen der ballferne Achter sowie der ballferne Flügelstürmer wachsam sein und die Räume in seinem Rücken im Blick behalten. Der Gegner muss sich aber erst einmal aus dieser Umklammerung lösen können. Immerhin befinden sich bis zu vier Spieler in Ballnähe, die den Gegner unter Druck setzen. Ballnah ist man demnach kompakt gestaffelt und kann Druck ausüben.

Die Möglichkeit, dass die beiden Flügelstürmer weit mit nach hinten arbeiten, ist nicht vollends überzeugend. Sicherlich haben sie ebenfalls Defensivaufgaben zu verrichten, sie sollten sich aber nicht zu weit nach hinten drängen lassen. Würden sie den Flügel offensiv wie defensiv allein beackern, wären sie bereits nach 30 Minuten platt. Im Falle einer Viererkettenbildung ist es sicher von Vorteil, wenn sie sich ein Stück weit tiefer positionieren würden. Primär sollten sich aber die Mittelfeldspieler um die Flügel kümmern.

 

Fazit

Das 3-4-3/3-3-1-3, welches Mexiko punktuell bei der Copa América Centenario zeigte, ist auf der einen Seite eine äußerst interessante, weil moderne Methode, die Spieler auf dem Feld zu ordnen. Die daraus resultierenden taktischen Möglichkeiten sind vielzählig und können größtenteils intuitiv umgesetzt werden. Im eigenen Spielaufbau ergeben sich somit viele Varianten, das gegnerische Pressing auszuhebeln.

Defensiv ist es ein wenig komplexer, da hier die Absicherung untereinander von hoher Präzision durchgeführt werden muss. Daher braucht es für dieses spezielle System spezielle Spieler, die dies entsprechend umsetzen können. Die Mexikaner zeigten bereits Wege auf, wie man dieses System adäquat umsetzen kann, auch ohne Weltklassespieler.

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