Keita Baldé Diao // AS Monaco // 30 Mio. Euro

Der Aderlass, den die Monegassen in diesem Sommer erleiden mussten, war irgendwo abzusehen. Dass am Deadline-Day noch Shootingstar Mbappé verkauft wurde, war nur die Spitze des Eisberges. Der Verein aus dem Fürstentum bewies allerding mal wieder, dass sie in Sachen Scouting hervorragend aufgestellt sind. Für vergleichsweise wenig Geld kam unter anderem eine neue Offensivwaffe nach Monaco: Keita Baldé Diao. Der 22-Jährige war in der vergangen Saison mit seinen 16 Treffern in 31 Spielen einer der besten Offensivspieler Lazios. Er kann sowohl als Linksaußen als auch im Sturmzentrum spielen. Am stärksten ist er als einrückender Flügelstürmer, der mit Zug zum Tor für Gefahr sorgt. Von seiner Spielanlage her ist er Mbappé sehr ähnlich, der er gerne auf links ausweicht bzw. sich gerne im linken Halbraum aufhält. Er ist enorm schnell und kann sich im Dribbling nicht nur dank seiner guten Ballbehandlung behaupten, sondern ist auch physisch robust.

Es wirkt fast lächerlich, dass er bei den aktuellen Marktpreisen für eine so geringe Summe wechselte, ganz gleich, ob sein Vertrag zeitnah ausgelaufen wäre. 30 Mio. Euro sind heute eben das, was vor zwei Jahren 15-20 Mio. Euro Ablöse gewesen wären. Keita Baldé könnte sich demzufolge zu einem weiteren großen Coup entwickeln, der den Monegassen in den nächsten Jahren zu Erfolg verhelfen kann – nicht nur auf dem Konto.

 

Soualiho Meïté // AS Monaco // 8 Mio. Euro

Und weiter geht’s mit Monaco. Die haben nämlich nicht nur ihre halbe Offensive verloren, sondern mit Bakayoko auch einen enorm wichtigen Spieler im zentralen Mittelfeld an Chelsea abgeben müssen. Verstärkung holte man sich in Form von Youri Tielmans, der seit einigen Jahren als ein riesiges Talent des belgischen Fußballs gilt. War zwar ein Coup, jedoch irgendwie auch zu erwarten. Meïté ist da schon ein anderes Kaliber. Der 23-Jährige kam vom belgischen Erstligisten Zulte Waregem und wird wohl perspektivisch mit Tielemans das Rückgrat der Monegassen bilden. Er ist ein physisch sehr starker Spieler, der im direkten Zweikampf kompromisslos agiert. Im Passspiel und Dribbling ist er nicht so fancy wie Tielemans. Das, was er macht, hat Hand und Fuß. Durch Meïtés Pflichtbewusstsein und seine ruhige Ausstrahlung wird er oft unterschätzt. Der Franzose ist jedoch ein geborener Anführer, der seinen Mannschaftskollegen den Rücken frei hält und dem Team Stabilität verleiht.

Ohne Frage hat es Monaco geschafft, für Bakayoko einen ordentlichen Ersatz zu finden. Keinen gleichwertigen, da sie sich in ihrer Spielweise stark und in der Qualität dieser geringfügig unterscheiden. Meïté hat in jedem Fall das Potenzial, sich dauerhaft im Fürstentum und der Ligue 1 zu etablieren. Sollte Fabinho im nächsten Jahr den Verein auch verlassen, hat man mit Meïté und Tielemans jedenfalls hervorragende Nachfolger parat. Bei einer Ablöse im einstelligen Millionen-Bereich kann man heutzutage als Spitzenverein ohnehin nichts falsch machen.

 

Mohamed Salah // Liverpool FC // 50 Mio. Euro

Dass Liverpool mit Jürgen Klopp neuen Schwung bekam ist unlängst bekannt. Nicht nur spielerisch entwickelte man sich enorm weiter, sondern auch in Sachen Transfers besitzt man neuerdings eine messerscharfe Präzision. Robertson, Oxlade-Chamberlain und eben Salah passen allesamt sehr gut ins Gesamtkonzept des Vereins. Dass man mit Salah einen der zehn besten Außenstürmer für eine fast schon lachhafte Summe von 50 Mio. Euro bekam, ist äußerst positiv zu bewerten. Was soll man zum Ägypter noch groß sagen? Er rennt, er dribbelt, er schießt. Man kennt ihn. Bereits wenige Wochen nach seinem Wechsel zeigt Salah bereits, dass er das Geld in jedem Fall wert ist. Sein unheimliches Tempo passt sehr gut zu Klopps Vollgasfußball. Zusammen mit Mané, Firmino und Coutinho könnte er die Premier League künftig in Grund und Boden schießen. Nachzufragen bei Arse…jedenfalls hat er das Potenzial, einer der besten Transfers in Liverpools jüngster Transferhistorie zu werden.

Was ihn so besonders macht ist die Tatsache, dass er ein rechter Flügelspieler ist, der unheimliche Torgefahr erzeugt.  Von dieser Sorte Spieler gibt es auf der Welt nicht viele, die so konstant für Gefahr über die rechte Seite sorgen: Bale, Robben, Messi (ja, ist unfair, schon klar), mit Abstrichen di Maria und Callejón. Insofern ist er unabhängig von der Transfersumme, die für ihn bezahlt wurde, ein absoluter Gewinn für sein Team. Top-Deal des Sommers!

 

Matías Vecino // Inter Mailand // 24 Mio. Euro

Die Mailänder Clubs schicken sich an, die Serie A wieder aufzumischen und zu alter Dominanz zurückzukehren. Während vor allem der AC Milan mit Geld nur so um sich warf, ging man es bei Inter ein wenig gesitteter an. Dabei bediente man sich vor allem bei der Fiorentina: Mit Borja Valero und Matías Vecino kamen gleich zwei Akteure vom Ligakonkurrenten. Vecino könnte sich dabei zum Königstransfer der Mailänder entpuppen. Der 24-Jährige soll künftig die Fäden im zentralen Mittelfeld ziehen. Dafür ist er mit seinem strategischen Gespür und sauberen Passspiel hervorragend geeignet. In Florenz kam er seinerzeit als tiefer Sechser zum Einsatz, der mit weitem Aufrücken beim Übergang ins letzte Drittel half.

Vecino besitzt von Haus aus eine ordentliche Statur, kann sich also im Zweikampf durchaus robust behaupten. Dank seines Geschicks in direkten Duellen kann er das Spiel nach Ballgewinn meist sofort nach vorn fortsetzen. Seinem Team gibt das selbstverständlich Stabilität und im eigenen Ballbesitz erzeugt seine Ballsicherheit Ruhe bei den Mitspielern. Als alleiniger sechser vor der Abwehr ist er sicher zu riskant im Aufrücken, als Teil einer Doppelsechs oder als spielmachender Achter in einem 4-3-3 ist er sehr gut aufgehoben. Der Transfer Vecinos passt insofern gut zum neuen Inter Mailand, da man im Vergleich zum Stadtrivalen weniger Geld ausgab, dafür aber gezielter einkaufte, auch auf der Trainerposition. Gut möglich, dass die Blau-Schwarzen in diesem Jahr vor den Rot-Schwarzen landen.

 

Sebastian Rudy // FC Bayern München // Frei

Viele schmunzelten, als die Münchener im Winter letzten Jahres Rudy als Neuzugang bestätigten. Er sei halt ein typischer Fall von „einigermaßen talentiert, versauert aber auf der Bank“. Dem Nationalspieler wird dabei aber Unrecht getan. Nicht erst seit der letzten Saison, als er das Herzstück in Hoffenheims Mittelfeld war, ist der 27-Jährige zu einem der spielstärksten Sechser der Liga gereift. Seine saubere Technik, gepaart mit seinem überaus kompletten Spielverständnis machen ihn zu einer Verstärkung für im Prinzip jedes Team der Top-5-Ligen. Rudy fällt halt weniger durch Grätschen oder wilde Gesten auf, wodurch er oftmals unter dem Radar fliegt bzw. vielfach belächelt wird.

Doch spätestens seit seinen überragenden Leistungen beim Confed Cup im Sommer ist auch in der breiten Masse die Tatsache angekommen, dass Sebastian Rudy ein extrem guter Spieler ist. Bei seinem Debüt für seinen neuen Arbeitgeber zeigte er gegen den BVB seine angesprochenen Qualitäten einmal mehr. Er war der zentrale Anspielpunkt beim Rekordmeister und diktierte das Tempo des Spiels. Rudy ist kein Spieler, der ein Halbfinale in der Champions League entscheiden wird. Er kann jedoch dazu beitragen, dass Ancelotti ohne Bedenken Spielern wie Thiago oder Vidal (der im Übrigen weniger Spielzeit als Rudy bekommen sollte!) eine Pause gönnen kann. Insofern ist Rudy vielleicht der Königstransfer der Münchener in diesem Jahr. Er kann sich problemlos dem Kollektiv fügen und sowohl als Leistungsträger in Erscheinung treten.

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